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Millionen von der Post

Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel hat reichlich Probleme mit der Justiz und sein Ansehen in der besseren Gesellschaft dürfte nach dem Steuerskandal auch am Boden sein. Ein Geldproblem hat Zumwinkel dagegen nicht: Er hat als Edel- Rentner Anspruch auf viele Post-Millionen.

Von Jan Boris Wintzenburg

Klaus Zumwinkel ist ein reicher Mann. Und er wird noch viel reicher werden - trotz Steuerskandal. Und das geht so: Im Jahr 2006, dem letzten, für das offizielle Daten vorliegen, verdiente der Postchef 4,24 Millionen Euro im Jahr. Sein Gehalt setzte sich aus Fixum, Erfolgsabhängiger Prämie, Sachleistungen wie Dienstwagen und Aktienoptionen zusammen.

Außerdem verkaufte er in diesem Jahr Post-Aktien im Wert von 4,3 Millionen Euro - und machte einen satten Gewinn dabei. Das ist schon nicht schlecht. Noch besser aber: Für die Altersversorgung musste er davon nichts zurücklegen: Manager sind - obwohl angestellt - von der Zahlung an die gesetzliche Rentenversicherung befreit und die Betriebsrente bezahlt bei Zumwinkel komplett der Arbeitgeber.

100.000 Euro im Monat

Klaus Zumwinkel wurde mit seinem Ausscheiden bei der Post zu einem der bestverdienenden Rentner der Republik: Im Jahr 2006 hatte er bereits den "maximalen Versorgungsgrad" von 75 Prozent seines Fixgehaltes erreicht. Rentenanspruch haben Postvorstände übrigens bereits ab dem 55. Lebensjahr. Wäre er damals in Rente gegangen, hätte er jährlich genau 1.071.113,30 Euro ausgezahlt bekommen.

Da sein Fixgehalt aber gestiegen sein dürfte - es wurde allein in den letzten vier Jahren vom Aufsichtsrat um über 500.000 Euro angehoben - und immer die letzten zwölf Kalendermonate zur Berechnung herangezogen werden, dürfte sein Anspruch deutlich höher liegen. Außerdem gibt es eine Sonderklausel, die Zumwinkel und zwei weiteren Vorstandskollegen bei vorzeitigem Ausscheiden zusichert, rentenmäßig wie bei voller Vertragserfüllung behandelt zu werden.

Da sein Vertrag regulär erst im November geendet hätte, berechnet sich Zumwinkels Betriebsrente nach dem Fixgehalt von 2008, auch wenn er es gar nicht mehr bekommt. Ergebnis: Vorsichtig geschätzt dürfte seine Rentenzahlung von der Post gut 100.000 Euro höher liegen, bei etwa 1,2 Millionen Euro im Jahr. Das sind rund 100.000 Euro im Monat.

Und damit das so bleibt und sich die Inflation nicht unbarmherzig am Wert der Rente zu schaffen macht, gibt es eine Inflationsklausel: Die Rente steigt um die jährliche Teuerung. In diesem Jahr waren das 2,2 Prozent. Von so einer Steigerung können Normalrentner nur Träumen.

Der "maximale Versorgungsgrad", den jüngere Vorstände erreichen können, liegt übrigens nur noch bei 50 Prozent. Er wurde vor einigen Jahren gesenkt. Zumwinkel und einige andere Alt-Vorstände sind davon aber explizit ausgenommen. Diese in einem kleinen Nebensatz im Geschäftsbericht erwähnte Regelung ist rund 400.000 Euro im Jahr wert.

Über 20 Millionen Abfindung

Zumwinkel hat außerdem das Recht, sich seine Rentenansprüche als einmalige Summe auszahlen zu lassen. Berechnet wird diese einmalige Abfindung anhand der Lebenserwartung. Laut Allianz Sterbetafel hat ein 65-jähriger Mann in Deutschland noch rund 21 Jahre zu leben. Folglich muss die Post noch mit Zahlungen von rund 25 Millionen Euro kalkulieren.

Doch die genaue Summe ist Verhandlungssache: Tendenziell kann Zumwinkel auch mit einer besseren Gesundheit, sehr alt gewordenen Vorfahren oder einer jüngeren Frau argumentieren, die einen Teil der Rente als Witwe weiter bekäme. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, eine höhere Zahlung zu erlangen.

Bei Einmalzahlung müssten die Ansprüche allerdings abgezinst werden, doch erst nach herausrechnen der Inflationsrate. Die Abzüge wären also gering. Zumwinkel kann recht sicher mit über 20 Millionen Euro Abfindung rechnen, wenn er sich alles sofort auszahlen lässt.

Weitere hohe Ansprüche

Die Versorgungsansprüche von Postvorständen - insbesondere alt gedienten wie Zumwinkel - gehören zu den höchsten in deutschen Unternehmen. Scheinbar war es für den ehemaligen Staatskonzern einfacher die Altersversorgung aufzustocken, als in der Öffentlichkeit rekordverdächtige Jahresgehälter zu rechtfertigen. Doch Zumwinkel ist nicht nur auf die Zahlungen der Post angewiesen: Auch elf Jahre bei der Unternehmensberatung McKinsey, davon sechs als Partner, und vier Jahre als Quelle-Vorstand haben ihm Rentenansprüche gebracht.

Besonders McKinsey gilt als äußerst fürsorglich bei der Altersabsicherung. Und in der Bilanz von KarstadtQuelle finden sich über 60 Millionen Euro Rückstellungen für die Zahlungen an ehemalige Vorstände. Viele Hunderttausend Euro dürften so zusätzlich an Zumwinkel fließen.

Der gefallene Postchef braucht also keine Altersarmut zu fürchten, selbst wenn ein Großteil seines heimlichen Vermögens in Liechtenstein für Steuernachzahlungen und Strafen draufgehen sollte.

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