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"Faxen Dicke" - Mit Wutanzeige zum neuen Job

Einer Bürokauffrau platzte der Kragen. Sie hat genug von verlogenen Bewerbungen und schleimigen Absagen – und das unfähige Arbeitsamt. Ihre Stellenanzeige ist gnadenlos ehrlich.

Was zuviel ist, ist zuviel. Eine Arbeitslose hatte genug.

Was zuviel ist, ist zuviel. Eine Arbeitslose hatte genug.

Bei Bewerbungen und bei Absagen wird gelogen und geschleimt. Eine 40-jährige Bürokauffrau aus Bad Emstal in hat auf diesen Zirkus keine Lust mehr. Mit einer Ebay-Kleinanzeige geht sie in die Offensive. In einem gnadenlos ehrlichen Text macht sie ihrem Ärger Luft und plädiert für weniger Floskeln und mehr Ehrlichkeit.

Schleimen und Lügen

Die Frau ist verstört, dass man heutzutage offenbar schreiben soll, dass man schon in der Wiege von einem Bürojob in der angeschriebenen Firma geträumt hat. Und sich ein Leben ohne diese Stelle nicht mehr vorstellen kann. Denn das ist schlicht gelogen. Wenn man arbeitslos ist und eine neue Stelle sucht, sieht die Welt anders aus. Dann "ist einem nämlich vollkommen egal, WO man arbeitet", schreibt die Frau. 

Vor allem bei Absagen, wenn denn überhaupt welche verschickt werden, würde sie sich mehr Ehrlichkeit wünschen. Und zwar:

"Warum schreibt keine Firma:

# "Tut mir leid, Sie gefallen dem Abteilungsleiter optisch nicht!"

# "Ohje, Sie haben neben Büroarbeiten noch in 2 anderen Berufen gearbeitet - das schmälert Ihre Fähigkeiten enorm!"

# "Igitt, Sie können auch kreativ sein? Bleiben Sie uns nur fern damit, bevor das noch ansteckend ist!?"

Was sollen stattdessen diese blumig-verwelkten Formulierungen - so nach dem Motto: "Sie sind ganz toll, aber aufgrund der Vielzahl der Bewerber....blabla"

Das Amt ist keine Hilfe

Auf das "" –  dass sich selbst gern Agentur nennt – ist die 40-Jährige ebenfalls schlecht zu sprechen. "Hat schon mal irgendwer durch einen Vermittlungsvorschlag des Arbeitsamtes eine Arbeit bekommen?", fragt sie sich. Die Antwort: "Ich fürchte: nein!"

Entweder bekomme man Jobs vorgeschlagen, die gar nicht zum eigenen Profil passen. Oder aber Leichen aus der Datenbank – Anzeigen, die schon seit Monaten nicht mehr aktuell sind. Die Bürokauffrau ist sich sicher: Das kann ein Tierheim besser. Denn: "Hat dort mal jemand einen Wellensittich bekommen, wenn er einen Golden Retriever wollte?" Wenn sie sich dann auf Anordnung des Amtes bewerbe, mache sie sich nur lächerlich. In der Personalabteilung müsse man dann denken: "Die kann nicht lesen!"

Am Ende des Ausbruchs kommt die Frau auf das Wesentliche, nämlich den neuen . Ihre Qualifikationen: "Gelernte Bürokauffrau * zusätzlich Erfahrungen in den Bereichen: Grafikdesign + Internet/Online-Redaktion * kann auch seriös sein."

Und man darf ergänzen, eine Mitarbeiterin, die sich nicht scheut, auch mal die Wahrheit zu sagen.

Kontakt kann man aufnehmen über

Ebay: Bürokauffrau hat die Faxen dicke!

Oder

Twitter: Bürojob gesucht @Buerokauffrau_

Kra

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