Startseite

Anspruch auf Jahresurlaub verfällt nicht immer

Wenn schon nicht Erholung, dann wenigstens Geld: Kann ein Arbeitnehmer wegen einer langen Krankheit seinen Urlaub nicht nehmen, hat er Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden.

Was passiert mit dem Jahresurlaub, wenn ein Beschäftigter monatelang krank war und ihn gar nicht nehmen konnte? Mit dieser Problematik hat sich der Europäische Gerichtshof (EuGH) in seinem jüngsten Urteil beschäft: Demnach haben arbeitsunfähige Beschäftigte Anspruch auf eine finanzielle Vergütung ihres ungenutzten Jahresurlaubs.

Geld statt Erholung

Der Gerichtshof in Luxemburg äußerte sich am Dienstag zum Fall eines deutschen Arbeitnehmers, der nach monatelanger Krankheit frühverrentet wurde und deshalb seinen bezahlten Jahresurlaub nicht antreten konnte. Beim Ausscheiden aus der Firma wollte er sich die nicht genommenen Urlaubstage auszahlen lassen. Das Unternehmen weigerte sich allerdings, weshalb der Frührentner durch alle Instanzen zog - und schlussendlich Recht bekam.

Wer nach langer Krankheit an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt, hat nach dem Urteil Anspruch darauf, den verpassten Jahresurlaub nachzuholen. Zwar sei es - wie z.B. in Deutschland - grundsätzlich zulässig, den Anspruch auf Jahresurlaub zu befristen, erklärte der EuGH.

Drei-Monats-Regel greift nicht immer

Wenn ein ordentlich krankgeschriebener Arbeitnehmer aber keine Möglichkeit habe, in diesem Zeitraum seinen Jahresurlaub anzutreten, so bleibe sein Anspruch darauf bestehen, erklärte der Gerichtshof. In Deutschland läuft diese Frist üblicherweise drei Monate nach Ende des betreffenden Kalenderjahrs ab.

Bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses müsse die für den Jahresurlaub fällige Vergütung ausgezahlt werden (Aktenzeichen C-350/06 und C-520/06).

AP/AP

Kommentare (0)

    Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

    Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
    Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

    Partner-Tools