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Wenn Rufus Beck die Siesta zum Hörfestival macht

Audio ist wieder in. Die Produktion von Podcasts boomt derzeit. Obwohl die digitale Revolution vieles flüchtiger macht, nehmen sich die Menschen kurioserweise ganz bewusst wieder die Zeit, länger zuzuhören. Auch mit seiner Familie legte Frank Behrendt im Urlaub auf einer Finca entspannende Hörpausen ein.

Siesta-Ausstattung der Familie Behrendt

Siesta-Ausstattung der Familie Behrendt

Als "Siesta" bezeichnen die Spanier traditionell eine ausgedehnte Mittagspause während der heißesten Stunden des Tages. Auch in meiner Familie haben diese Auszeiten Tradition: Während meiner Jahre in Brasilien wurden wir Kinder von meiner Mutter stets zu gut gemeinten "Mittagspäuschen" genötigt, um einem drohenden Sonnenstich zu entgehen.

Meine Kinder sind heute große Fans einer Pool-Pause zwischen eins und drei Uhr. Dafür sorgte in unserem aktuellen Urlaub vor allem ein Mann: Rufus Beck. Der beliebte Schauspieler und Synchronsprecher, der vor einigen Tagen seinen 60. Geburtstag feierte, hatte ab der Jahrtausendwende alle Harry-Potter-Bücher von Joanne K. Rowling für den Hörverlag eingesprochen. Mein Junior hatte sie sich gerade zu seinem 10. Geburtstag gewünscht und nun kamen wir alle in den Genuss der herausragend vertonten Romane.

Jedes Buch umfasst in der Audio-Fassung zehn CDs mit einer Laufzeit von jeweils über elf Stunden. Alle Charaktere werden dabei von nur einem einzigen Sprecher gelesen. Aber der hat es drauf: "Es wird geflüstert, gezischt, gepiepst, gebrummelt, mal pikiert, mal mit zittrig-ängstlicher Stimme und mal mit lauter Begeisterung intoniert", schrieb das Buchjournal über den Vorleser Beck, der bekannt ist für seine geniale Verkörperung skurriler Typen.

Wir hatten auf jeden Fall in den mittäglichen Ruhepausen richtig Spaß. Auch wenn meine fanden, dass ich sie doch sehr an den großspurigen Zauberlehrer Gilderoy Lockhart erinnern würde. Nach vier Potter-Siesta-Sessions meldete sich allerdings Holly zu Wort und erklärte, dass es am kommenden Tag einmal eine Harry-Pause geben müsse.

Da in unserer Familie auch Minderheitenschutz groß geschrieben wird, lagen wir in der nächsten Mittagspause gemeinsam ohne Murren da und lauschten Bibi&Tina, Folge 86, "Das Filmteam". Und ich streite wirklich entschieden ab, dass ich nach wenigen Minuten des Reiterabenteuers mit Amadeus und Sabrina schnarchend auf der Liege vorgefunden wurde. 

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