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Die gleiche Stellenanzeige - das denkt Mann, das denkt Frau

Frauen denken oft, sie müssten alles können, was in einer Stellenanzeige gefordert wird. Männer beweisen Mut zur Lücke. Daran sollten sich auch weibliche Bewerber orientieren - statt ewig auf Weiterbildung zu setzen.

Ein Gastbeitrag von Martina Lackner

Stellenanzeige

Selbstbewusst auf Stellenanzeigen reagieren - daran fehlt es vielen Frauen

"Großkonzern sucht Führungskraft - Studium und 10-jährige Berufserfahrung vorausgesetzt, Mehrsprachigkeit - insbesondere Englisch und Spanisch - ebenfalls, Dienstreisen sind ein Muss, Führungserfahrung ebenso", die Liste der Anforderungen der ist lang.

Was denkt Frau Müller? "Eigentlich erfülle ich alle Voraussetzungen, bis auf Spanischkenntnisse. Vor der Elternzeit habe ich einen Crashkurs gemacht, aber das ist lange her und reicht mit Sicherheit nicht für eine . Sie lässt es und bewirbt sich nicht.

Was denkt Herr Maier? "Naja, also ich fahre viel nach in Urlaub, ein paar Brocken Spanisch kann ich ja, und den Rest erlerne ich mithilfe von Babbel - bei den vielen Dienstreisen habe ich viel Zeit zum Üben." Herr Maier bewirbt sich und bekommt die Stelle.

Karriere-Stillstand trotz Weiterbildung: Wenn Qualifizierungsmaßnahmen nicht funktionieren

Eines ist klar, es liegt nicht an der Qualität der Qualifizierungsmaßnahmen, dass Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung einen Stillstand erleben.

Martina Lackner : Psychologin, Buchautorin und Inhaberin der PR Agentur cross m.

Martina Lackner ist Psychologin, Buchautorin und Inhaberin der PR Agentur cross m. Gemeinsam mit Top-Managerinnen hat sie das Buch "21 Erfolgsfrauen - 21 Karriereformeln" geschrieben. Die Führungsfrauen geben sehr individuelle Einblicke, wie sie es an die Spitze geschafft haben - inklusive Stolpersteinen und verborgenen Machtzentralen der Wirtschaft

Frauen sind erst dann sicher, qualifiziert zu sein, wenn sie es in der Praxis anwenden konnten. Da Frau Müller ihren aktuellen Spracherwerbsstand nicht einschätzen kann, kommt die annoncierte Stelle für sie gar nicht in Frage. Und Frauen prüfen das - bezogen auf die tatsächlichen Erwartungen, die ein Arbeitgeber an sie stellt, - nicht sachgerecht ab. Ein Vorstellungsgespräch hätte Frau Müller die Möglichkeit gegeben, ihren Wissensstand mit den Vorstellungen des Arbeitgebers abzugleichen.

Männer handeln und denken weniger über ihre Defizite nach. Sitzt Frau Müller jedoch dann auf einer Position in einem Unternehmen, auf der sie weiterkommen will, wird sie trotz Qualifizierungsmaßnahmen ausgebremst.

Männliche Chefs mögen fleißige Bienchen, was Frauen in der Regel sind. Sie sind hochqualifiziert und können viel arbeiten. Warum sollte man fleißige Frauen nach oben befördern? Dafür gibt es verständlicherweise gar keinen Grund, wenn dadurch eine hervorragende Arbeitskraft verloren geht.

Frauen setzen immer noch zu sehr auf Leistung und Kompetenz und denken, dass das ihre Karriere retten wird. Wirklich hochkommen in Unternehmen tun nur Menschen, die die Kunst des Selbstmarketings und des Netzwerkens beherrschen. Auch Frauen!

Lösungsmöglichkeiten:

  • Qualifizierungsmaßnahmen machen nur bis zu einem gewissen Grad Sinn. Sind die Grundqualifikationen vorhanden, liegt es nicht mehr am Wissenserwerb, sondern an anderen Fähigkeiten, die Frauen benötigen, um Karriere zu machen: Sich selbst zu verkaufen und Netzwerke in Unternehmen zu nutzen, auf informellen und formellen Ebenen, ist die Basis jeder Karriere.
  • Suchen Sie nach Gelegenheiten, um sich und Ihre Fähigkeiten zu präsentieren: Jedes scheinbar harmlose Gespräch im Aufzug, jedes Meeting und Businessnetzwerk kann zu Ihrer Bühne werden.
  • Sie müssen nur den Mut dafür aufbringen!
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