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Zehn Tipps zum Selbst-Datenschutz

Facebook & Co sind praktisch, lustig, manchmal sogar hilfreich. Jeder sollte indes genau überlegen, wie viel er von sich preisgibt. Zehn Tipps, wie Sie Ihre Daten in Communitys schützen.

Von Dirk Liedtke

Einem französischen Internetnutzer ist der Spaß am Surfen vergangen, als er in einer Zeitschrift ein ausführliches Porträt über sich gelesen hat. "Ich habe sofort alle Angaben über mich im Internet gelöscht", sagte Marc L. der französischen Tageszeitung "Presse Océan". Das Magazin "Le Tigre" hatte ihn im Dezember per Zufall ausgewählt, um einen Artikel über ihn zu schreiben - mit den Angaben, die der Mann selbst auf Websites wie Facebook, YouTube und Flickr über sich gemacht hatte. In dem Porträt ist über Familie und Ex-Freundinnen des Franzosen ebenso zu lesen wie über seine Arbeit und Hobbys. Selbst die Handynummer wurde abgedruckt. "Sein Privatleben im Internet auszubreiten, ist gefährlich", erklärte der Gründer der Zeitschrift, Raphael Meltz. Dies habe sein Blatt zeigen wollen.

Damit es Ihnen nicht so geht wie dem Franzosen und den Deutschen, von denen wir im Artikel "Nackt im Netz" berichtet haben - beachten Sie lieber unsere zehn Tipps für den richtigen Umgang mit den eigenen Daten in sozialen Netzwerken.

1. Weniger ist besser

Geben Sie nur Daten, Fotos oder Videos von sich und Freunden preis, die sie theoretisch allen Internet-Nutzern mitteilen würden - also auch Ihren nervigen Nachbarn, allen Kollegen und dem Chef. Das Web ist wie eine große Pinnwand in der Kantine ihrer Firma oder an der Uni. Die kuschelige Atmosphäre und die vertraute Ansprache mit "Du" täuschen: StudiVZ und Co. sind kein geschlossener Verein. Dort kann jeder Mitglied werden, ohne Eingangskontrolle.

2. Flunkern Sie ruhig mal

Statt Ihres Namens können Sie sich auch mit Pseudonym und einem verfremdeten (Hinterkopf statt Gesicht)oder einem Scherz-Foto (etwa von Ihrem Haustier) auf einer Plattform anmelden. Solange Ihre echten Freunde wissen, wer sich dahinter verbirgt, ist das kein Problem. Bei allen anderen neuen "Freunden" in einem Netzwerk können Sie dann fallweise entscheiden, wie viel Persönliches Sie preisgeben.

3. Schützen Sie ihre Privatsphäre

Jede Plattform bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten für die "Privatsphäre" oder "Privacy" der Daten ihrer Nutzer an. Studieren Sie diese genau und nutzen Sie den gewünschten Schutzgrad. Verlassen Sie sich auf keinen Fall auf die Standardeinstellungen der Anbieter. Wer nicht mit allen Profildaten bei Google sichtbar sein möchte, sollte sein "öffentliches Profil" möglichst stark abschotten. Darunter versteht man die für Suchmaschinen sichtbaren persönlichen Daten in einem sozialen Netzwerk. Im Idealfall können Sie eine Internet-Plattform wie ein geschlossenes Adressbuch nutzen, bei dem Sie selbst kontrollieren, wer mit wem Kontakt aufnehmen darf.

4. Tricksen Sie die Werber aus

Soziale Netzwerke sind keine Wohltäter sondern Unternehmen, die selten Gebühren nehmen und daher auf Werbung angewiesen sind. Das einzige Kapital sind die Profildaten der Nutzer, die sich verkaufen lassen. Wenn Sie Ihr Profil mit "Schrottinformationen" anreichern, führen Sie zielgerichtete Werbung in die Irre. Wenn Sie maßgeschneiderte Werbung schätzen, sollten Sie natürlich nicht flunkern. Es ist Ihre Entscheidung, wie viel Ihre Daten Ihnen wert sind und was Sie im Gegenzug dafür erhalten.

5. Trennen Sie Ihre Rollen

Für jede Plattform sollte man sich auf eine soziale Rolle festlegen, etwa "Student" bei StudiVZ oder "Angestellter" bei Xing. Entsprechend sollten nur die Daten eingegeben werden, die zu der entsprechenden Rolle passen. Wer gerne Musik macht, kann sich darüber bei Myspace ausbreiten, den Lebenslauf sollte man nur bei Xing komplett hochladen. Und über Vorgesetzte oder Kollegen sollte man nur anonym lästern.

6. Verwenden Sie verschiedene E-Mail-Konten

Nutzen Sie nicht immer die gleiche E-Mail-Adresse zur Anmeldung bei sozialen Netzwerken. Denn bei Myspace, Facebook und Lokalisten lassen sich Nutzer auch anhand ihrer E-Mail-Adresse nutzen. Verwendet man die betreffende Adresse auch für Einträge in Blogs oder Foren, lassen sich zunächst anonyme Nutzer (z.B. schnuffeltier@schnuffeltier.de) so einem Realnamen zuordnen.

7. Das Netz vergisst nichts

Lesen Sie die AGB der Anbieter. Können Sie Ihre Daten bei Verlassen der Plattform komplett löschen? Falls nicht, können Sie immer wieder von Suchmaschinen gefunden werden. Aber selbst nach dem vollständigen Löschen können spezielle Suchdienste alte Daten noch Jahre später anzeigen.

8. Auch fremde Spuren führen zu Ihnen

Datenspuren können auch von andern gelegt werden: Wenn ein Foto bei StudiVZ oder Flickr mit ihrem Namen markiert wird, weil sie auf dem Bild sind oder auch nicht, tauchen Sie damit ungefragt und ohne eigenes Zutun in Resultaten von Suchmaschinen auf

9. Bleiben Sie am Ball

Googeln Sie sich regelmäßig selbst. So können Sie überprüfen, was über Sie im Netz bekannt ist. Nutzen Sie auch Personensuchmaschinen wie Yasni oder Spock. Dort sehen Sie auf einer Seite alles, was es über Sie gibt. Überlegen Sie sich aber gut, ob sie die Datenbank dieser Firmen füttern wollen, indem Sie dort Ihr eigenes "Profil" anlegen, um Ihre "Reputation" im Internet zu schützen.

10. Kinder nicht sich selbst überlassen

Netzwerke wie SchuelerVZ, Facebook oder Myspace wenden sich auch an Minderjährige. Eltern sollten daher ein Auge darauf haben, was ihr Nachwuchs von sich preis gibt oder zumindest mit ihnen darüber reden.

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