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In den USA wird der Kaffee immer heißer

Bikini-Barista sorgen in den USA für ordentlich Diskussionen. Gegen diese Kaffeeläden kommt sogar Branchenprimus Starbucks nicht an. Und das liegt nicht etwa an dem besseren Kaffee, sondern daran, dass die Bedienungen sehr freizügig rumlaufen. 

Eine leicht bekleidete junge Frau posiert für ein Selfie.

Bikini-Barista sorgen in den USA für ordentlich Zündstoff. Der Vorwurf lautet: Es sei eine sexistische Methode mehr Geld zu machen.  

"Ich will eigentlich nicht das Standardargument 'es geht um unsere Kinder' verwenden, aber in diesem Fall geht es um unsere Kinder", sagt Mike Fagans im Interview mit "Zagat". Fagans sitzt in der Bürgerschaft der amerikanischen Kleinstadt Spokane im US-Bundesstaat Washington. Dort setzt er sich seit ein paar Jahren entschlossen gegen sogenannte "Bikini Baristas" ein.

Die haben nämlich in Washington State eine besondere Tradition. Seit Mitte der 2000er gibt es immer mehr  Kaffeeläden, in denen die Heißgetränke nicht von wie üblich gekleideten Mitarbeitern serviert werden, sondern von jungen Frauen, die lediglich einen Bikini tragen.

Das erhitzt bei vielen Einwohnern die Gemüter. "Es kann doch nicht sein, dass ich meiner siebenjährigen Tochter erklären muss, warum die Frau, die den serviert, nichts an hat", erzählt eine Mutter entsetzt.    


Alles nur eine Methode, um mehr Geld zu machen?

Tatsächlich sind die Outfits der Bedienungen zum Teil sehr, sehr freizügig. Aber den Kunden gefällt es. Zumindest wenn man sich die Bewertungen einiger "Bikini Baristas" bei Yelp anschaut. Fast durchweg bekommen die Läden Fünf-Sterne-Wertungen.

Kritiker werfen den Besitzern deswegen auch vor, dass es bei diesem Geschäftsmodell gar nicht so sehr um den Kaffee gehe, sondern um die schönen Bedienungen. Es sei eine neue Methode, mehr Geld zu machen.

"Es stärkt das Selbstbewusstsein meiner Mädels"

Im US-Bundesstaat gibt es jetzt sogar eine Bikini-Barista-Kette: Bikini Beans Espresso. Auf Instagram und Facebook hat "Arizonas heißester Coffee-Shop" tausende Follower. Was aber auch wenig verwunderlich ist, wenn man sich die Bilder anguckt, auf denen junge attraktive Frauen nur im Bikini bekleidet posieren.




Für jede Feministin ist so etwas ein Dorn im Auge, allerdings nicht für Eigentümerin Carlie Jo: "Es ist doch nicht frauenverachtend, sondern im Gegenteil: Es stärkt doch das Selbstbewusstsein meiner Mädels", erklärt sie.

Auf der Homepage heißt es außerdem, dass Frauen das Recht haben, zu wählen, homosexuell zu sein oder sogar Präsidentin zu werden. Deswegen sei es egal, ob man mit einem Anzug arbeite oder eben im Bikini.

Das scheinen die Instanzen in den USA ähnlich zu sehen. Denn vor gut zwei Jahren lehnte ein Gericht in  State einen Vorschlag zur Gesetzesänderung der Arbeitskleidung ab. 

rpw

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