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Aus der Windel in die Wüste

Geheimnisvolle Substanzen, die bisher hauptsächlich in Babywindeln eingesetzt wurden, sollen demnächst auch das Versickern von kostbarem Wasser im Boden stoppen. So könnte die Landwirtschaft mit deutlich weniger Wasser auskommen.

"Der wichtigste Rohstoff der Menschheit ist nicht Erdöl, sondern Wasser", so Geschäftsführer Dr. Wulf Bentlage von Geohumus International. Doch das kostbare Nass wird höchst ineffektiv genutzt: Nur rund ein Drittel des in der Landwirtschaft verwendeten Wassers erreicht tatsächlich die Pflanze - der Rest verdunstet oder versickert ungenutzt im Boden. "Mit Geohumus kann der Boden viermal mehr Wasser speichern als vorher", erklärt Wulf Bentlage. "Dadurch sinkt der Wasserbedarf in der Landwirtschaft um rund 50 Prozent und das ist in den von Natur aus wasserarmen Regionen der Erde natürlich ein Riesenvorteil."

Superabsorber für den Acker

Geohumus besteht aus so genannten Superabsorbern. Das sind Substanzen, die extrem viel Flüssigkeit speichern können. Sie sind nachweislich völlig ungiftig und werden seit Jahrzehnten in Babywindeln und Zahnfüllungen eingesetzt. Superabsorber bilden bei Wasserkontakt eine kompakte, gelartige Masse und konnten deshalb in der Landwirtschaft bislang nicht genutzt werden. Dr. Reinmar Peppmöller, der wissenschaftliche Kopf des Gründungsteams, hatte diese seit Jahren bewährten Produkte vor Jahren mit entwickelt. Nach intensiven Forschungsarbeiten gelang es ihm nun, die Superabsorber mit Hilfe der Nanotechnologie mit Lavagesteinsmehl zu versetzen. Diese krümelige Substanz kann in den Boden eingearbeitet werden und bleibt mehrere Jahre stabil, bevor sie dann langsam und völlig unschädlich abgebaut wird. "Wir haben sozusagen 30 Jahre Erfahrung mit einem völlig neuen Produkt", so Wulf Bentlage.

Geohumus kann nicht nur in der Landwirtschaft eingesetzt werden, sondern auch überall dort, wo Pflanzen künstlich bewässert werden müssen: Auf Golfplätzen, in öffentlichen Parks oder in Baumschulen. Außerdem erleichtert es die Wiederbegrünung zerstörter Landschaften, etwa nach dem Braunkohleabbau oder der Minenräumung in ehemaligen Kriegsgebieten. Und nicht zuletzt erleichtert Geohumus den wichtigen Kampf gegen die weitere Ausbreitung der Wüsten.

Zukunft in der Wüste

Der Clou dabei: Durch Geohumus ist es auch möglich, Geld zu sparen. "Ein Golfclub in Dubai, der monatlich rund 250.000 Euro für die Bewässerung ausgibt, kann durch Geohumus mehrere Jahre lang rund die Hälfte der Wasserkosten einsparen", so Wulf Bentlage. "Die Kosten für Geohumus haben sich aber schon nach wenigen Monaten amortisiert."

"Ursprünglich waren wir vor allem auf den deutschen Markt fokussiert", erzählt der Gründer. Durch einen Zufall kam die Verbindung zu einer hochrangigen Persönlichkeit aus Saudi-Arabien zustande. Das Interesse der Araber an dem neuen Produkt war riesig, denn in manchen Regionen wird schon im Jahr 2019 eine Hauptwasserquelle, das fossile Grundwasser, weitgehend verbraucht sein. Das junge Unternehmen wurde in der arabischen Welt regelrecht herumgereicht und erhält inzwischen zahlreiche Anfragen. "Im Moment müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht verzetteln, denn wir können als kleines Unternehmen natürlich nicht alle potenziell interessanten Länder gleichzeitig bearbeiten", so Wulf Bentlage.

Fürsprecher gesucht

Ein patentrechtlich abgesichertes Produkt, ein hochqualifiziertes und erfahrenes Managementteam, der große Bedarf und die hervorragenden Erfolgsaussichten - viele Gründe sprachen für die Nominierung von Geohumus in der Kategorie Konzept. "An diesen Erfolg hätten wir nicht geglaubt", freut sich Wulf Bentlage. "Die Nominierung hilft uns dabei, renommierte Persönlichkeiten für uns zu gewinnen, die uns an den richtigen Stellen die Türen öffnen können."

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