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Ackermann verdient Peanuts

Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, bleibt mit einer kleinen Einschränkung der am besten verdienende Vorstand Deutschlands. Sein Grundgehalt fällt aber für Top-Managerverhältnisse mehr als bescheiden aus.

Für den Chef der Deutschen Bank hat sich das zurückliegende Jahr finanziell gelohnt. Rund 13,2 Mio. Euro wurden dem Schweizer von seinem Arbeitgeber überwiesen. Das sind 1,3 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht der Deutschen Bank hervor. Insgesamt kassierte der fünfköpfige Vorstand 32,9 Mio. Euro - macht also im Schnitt knapp 6,6 Mio. Euro pro Person.

Ackermann hat seinen Job offenbar gut gemacht, das muss er auch, wenn er zu solchen Vergütungen kommen will. Denn zwölf Mio. Euro seines Gehaltes bestehen aus erfolgsabhängigen Zahlungen. Ackermanns Grundgehalt beträgt lediglich 1,2 Mio. Euro im Jahr. Solche Summen bezeichnet man in Kreisen der Deutschen Bank gern auch als Peanuts.

International betrachtet handelt es sich tatsächlich um ein eher geringes Salär für einen Spitzenmanager. Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein verbuchte für 2006 allein einen Bonus von umgerechnet gut 40 Millionen Euro. Sein Merrill-Lynch-Kollege Stan O’Neal kam auf knapp 36 Millionen Euro. Ackermanns Bezüge hingegen waren mehrfach Gegenstand harscher Kritik - nicht zuletzt, weil er 2005 trotz Rekordrenditen den Abbau von mehr als 6000 Stellen durchsetzte.

Nur einer könnte mehr verdienen

Wie die Deutsch-Banker profitierten auch andere deutsche Vorstände von den exzellenten Unternehmensgewinnen im vergangenen Jahr. Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle verdiente im vergangenen Jahr 7,37 Mio. Euro, dicht gefolgt von DaimlerChrysler-Boss Dieter Zetsche (7,15 Mio. Euro) und RWE-Manager Harry Roels (6,9 Mio. Euro) und Michael Diekmann von der Allianz kam auf 5,3 Mio. Euro.

Nach Berechnungen der "Welt" stiegen die Vorstandsbezüge der im Deutschen Aktienindex (Dax) notierten Unternehmen 2006 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 17 Prozent, die operativen Gewinne um 18 Prozent. In den Berechnungen waren 27 der 30 Dax-Konzerne eingerechnet, aber noch nicht die Deutsche Bank.

Nur Porsche-Chef Wendelin Wiedeking könnte Experten zufolge noch mehr verdienen als Ackermann. Der nicht im Leitindex notierte schwäbische Autobauer weist seine Vorstandsgehälter nicht individuell aus. Doch zusammen verdienten die sechs Porsche-Vorstände im Geschäftsjahr 2005/06 mehr als 45 Millionen Euro.

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