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Fast-Food-Riese rechnet sich Hungerlöhne schön

Weil man von McDonald's-Löhnen kaum leben kann, gibt die Firma ihren Burgerbratern ein paar offizielle Ratschläge zum Sparen. Doch die Musterrechnung offenbart erst das ganze Elend.

Von Daniel Bakir

  Die Musterrechnung von McDonald's zeigt: Selbst mit zwei Niedriglohn-Jobs bleibt kaum etwas zum Leben übrig.

Die Musterrechnung von McDonald's zeigt: Selbst mit zwei Niedriglohn-Jobs bleibt kaum etwas zum Leben übrig.

Wer schon mal Burger für McDonald's gebraten hat, weiß, dass man damit in der Regel nicht reich wird. Das ist auch den US-Managern des Fast-Food-Konzerns bewusst. Eine naheliegende Lösung wäre es nun gewesen, den Mitarbeitern einen anständigen Lohn zu zahlen. Doch die Führungsetage hatte eine bessere Idee: Wie wäre es, wenn man die Mitarbeiter so erziehen könnte, dass sie mit ihrem Hungerlohn besser auskommen? Ein toller Plan, fanden die Chefs.

In den USA hat McDonald's daher in Zusammenarbeit mit dem Kreditkarteninstitut Visa nun eine Mitarbeiter-Broschüre herausgegeben, die genau das zum Ziel hat. "Practical Money Skills" heißt die kleine Haushalts-Nachhilfe, die auch online zum Download bereitsteht. Sie enthält eine Anleitung, wie die Mitarbeiter ihre Finanzen organisieren sollen, sodass sie am Ende des Monats nicht im roten Bereich landen. Ob gut gemeint oder ziemlich zynisch - die Kampagne geht jedenfalls nach hinten los. Schon die Musterrechnung zu Beginn demonstriert eindrucksvoll, dass es im Grunde unmöglich ist, mit einem McDonald's-Lohn über die Runden zu kommen.

Ein McDonald's-Job allein reicht nicht zum Leben

Der McDonald's-Mitarbeiter aus der offiziellen Beispielrechnung kommt nach Abzug von Fixkosten wie Miete, Auto, Krankenversicherung und Telefon auf einen monatlichen Nettolohn von 750 Dollar. Das sind, wie Mc-Donald's selbst vorrechnet, 25 Dollar am Tag. Die Aussicht, mit den paar Mäusen alle Dinge des täglichen Bedarfs zu finanzieren, ist schon hart genug. Aber es kommt noch dicker. Damit die Rechnung nicht mit einem fetten Minus abschließt, hat McDonald's großzügig das Gehalt aus einem Zweitjob mit einberechnet. Und zwar zusätzlich zu einem Fulltimejob bei McDonald's, wie der US-Blog "Death and Taxes" vorrechnet.

Geht man davon aus, dass der Big-Mac-Konzern einem einfachen Küchenmitarbeiter nicht mehr als den gesetzlichen Mindestlohn von 7,25 Dollar die Stunde zahlt, müsste dieser 74 Stunden die Woche arbeiten, um auf die in der Rechnung angesetzte Lohnsumme zu kommen, hat der Blog ausgerechnet. Auch einige andere Annahmen in der Rechnung erscheinen nicht ganz plausibel. Etwa, dass für die Krankenversicherung lediglich Kosten von 20 Dollar im Monat angesetzt sind - das US-Gesundheitssystem gilt als das teuerste der Welt. Immerhin 50 Dollar sind mittlerweile für Heizkosten einkalkuliert, in einer früheren Version stand hier noch eine Null.

Nachdem McDonald's seinen Mitarbeitern in der Broschüre auf Englisch und Spanisch erklärt hat, wie man Tagebuch über Einnahmen und Ausgaben führen kann, gibt es noch ein paar großzügige Tipps zum Geldsparen. So sollen die Mc-Mitarbeiter möglichst oft öffentliche Verkehrsmittel und Fahrgemeinschaften nutzen. Oder Fahrradfahren. Oder gleich zu Fuß gehen. Sie sollen Mahlzeiten im Voraus planen, Bücher und Filme aus der Bibliothek ausleihen sowie nur mit einer Liste einkaufen gehen. Nach dem fröhlichen Motto: "Every Day and Every Dollar Make a Difference." Das sollten die McDonald's-Bosse vielleicht andersherum auch mal bei der Lohnfindung beherzigen.

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