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Deutsche wollen Managergehälter deckeln

50 Millionen Euro? 5 Millionen Euro? 500.000 Euro? Wie viel darf ein Manager höchstens kosten? Ginge es nach der Mehrheit der Deutschen, würde die Politik die Höhe der Bezüge der Unternehmenslenker gesetzlich deckeln. In einer stern-Umfrage sprachen sich 70 Prozent der Befragten für diese drastische Maßnahme aus.

Eine große Mehrheit der Bundesbürger wünscht eine gesetzliche Begrenzung der Millionengehälter von Managern. In einer Umfrage für den stern erklärten dies mehr als zwei Drittel der Befragten (70 Prozent). Mit mehr als 75 Prozent treten vor allem die Anhänger der SPD, der Grünen und der Linkspartei dafür ein. Aber auch zwei Drittel der Union-Wähler sprechen sich dafür aus, dass den hohen Vorstandsbezügen per Gesetz ein Riegel vorgeschoben wird. Gegen eine gesetzliche Regelung sprachen sich 26 Prozent der Befragten aus, insbesondere Anhänger der FDP. Der Chef des Arbeitgeberverbands BDA, Dieter Hundt, hatte jedweden Bestrebungen, die Höhe der Gehälter gesetzlich zu deckeln, schon am Dienstag eine Absage erteilt. "Wer glaubt, das per Gesetz regeln zu können, ist auf dem Holzweg", sagte er bei dem Arbeitgebertag in Berlin. Hundt bezog sich bei seinen Äußerungen vor allem auf die SPD, die in einer Arbeitsgruppe die rechtlichen Möglichkeiten zur Gehaltsbegrenzung prüfen lässt.

Die Umfrage zeigt das Ausmaß des Unverständnisses, auf das die schwindelerregende Höhe der Bezüge mancher Manager in der Bevölkerung trifft. Offenbar wird der Verdienst mancher Manager als so ungerecht empfunden, dass auch vor staatlichen Eingriffen nicht zurückgeschreckt wird.

Dass die Debatte über die Managergehälter ein tiefes Unbehagen in der Bevölkerung wiederspiegelt, hatte am Dienstag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Ausdruck gebracht. In ihrer Rede auf dem Arbeitgebertag in Berlin warnte sie die Wirtschaft davor, wachsende Sorgen über eine Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich zu ignorieren. "Deshalb ist meine Bitte: Nehmen Sie die Debatte ernst, tun Sie dies nicht als Neiddebatte ab", sagte die Regierungschefin. Niemand habe etwas gegen vernünftige Bezahlung für gute Leistungen. Allerdings bezog sich Merkel in erster Linie auf Abfindungszahlungen in ihrer Ansicht nach ungerechtfertigter Höhe. Es gebe in der Bevölkerung ein großes Unwohlsein, wenn Spitzenkräfte ihre Firma großen Risiken zulasten der Beschäftigten aussetzten, sagte sie, aber mit Millionen-Abfindungen davonkämen. Darauf müsse reagiert werden.

Die Arbeitgebervertreter bemühten sich ebenfalls, dem Streit die Schärfe zu nehmen - und ihn auf die Höhe der Abfindungen zu reduzieren. In seiner Rede argumentierte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, es könne den Unternehmern nicht gleichgültig sein, wenn ein paar schwarze Schafe den ganzen Berufsstand in Verruf brächten. Er sprach von "unternehmensbedrohenden Fehlentscheidungen", von "Millionenabfindungen", von "Maßlosigkeit" und "schlechten Beispielen".

"Debatte ist überflüssig"

Marcus Lutter, Mitglied der Regierungskommission für gute Unternehmensführung, bezeichnete die zum Teil übermäßige Höhe der Managergehälter im stern.de-Interview als "sozialen Sprengsatz". Für die normalen Arbeitnehmer gebe es "keine Gehaltsexplosionen, wie wir sie derzeit bei einem Teil der Manager beobachten. Das wird zu Verwerfungen im Verständnis der Gesellschaft führen und ist deshalb eine ganz und gar schlechte Entwicklung", sagte Lutter. Dennoch sprach er sich ebenfalls gegen eine gesetzliche Regelung der Managerbezüge aus. Stattdessen müsse der öffentliche Druck auf die Führungsspitzen deutscher Unternehmen erhöht werden.

tk mit Agenturen/print

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