Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arbeitgeber

14. November 2012, 12:43 Uhr

Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden: Der Arbeitgeber darf schon am ersten Krankheitstag ein Attest von seinem Angestellten verlangen. Was bedeutet der Richterspruch in der Praxis? Von Daniel Bakir

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Ein ärztliches Attest darf vom Arbeitgeber schon am ersten Krankheitstag eingefordert werden, entschied das Bundesarbeitsgericht©

Beschäftigte müssen auf Verlangen ihres Arbeitgebers schon am ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch. Demnach sind die Arbeitgeber nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz berechtigt, "von dem Arbeitnehmer die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer schon von dem ersten Tag der Erkrankung an zu verlangen". Die Arbeitgeber müssten auch nicht begründen, warum sie bereits so früh einen Krankenschein vorgelegt bekommen wollen. Vielmehr liege es in ihrem Ermessen, dies auch ohne objektiven Anlass von ihren Mitarbeitern zu verlangen, entschieden die obersten deutschen Arbeitsrichter.

Zurückgewiesen wurde damit die Klage einer Redakteurin des Westdeutschen Rundfunks in Köln. Sie war nach einer Krankmeldung im November 2010 von ihrem Arbeitgeber aufgefordert worden, künftig schon am ersten Krankheitstag ein Attest vorzulegen. Die Klägerin hatte sich bereits in den Vorinstanzen erfolglos gegen die Anweisung ihres Arbeitgebers gewehrt.

Gesetz schreibt Attest ab viertem Tag vor

In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt derzeit 37,2 Millionen Arbeitnehmer. Bundesweit waren Arbeitnehmer im vergangenen Jahr durchschnittlich 9,5 Arbeitstage krankgemeldet. Den niedrigsten Krankenstand der vergangenen 20 Jahre gab es 2007 mit rund 7,9 Fehltagen.

Gesetzlich sind Beschäftigte verpflichtet, ihren Arbeitgeber unverzüglich zu informieren, wenn sie wegen Krankheit ausfallen. Spätestens am vierten Krankheitstag muss eine entsprechende Bescheinigung eines Arztes vorgelegt werden. Als Faustregel galt bislang, dass die Krankschreibung erst nach dem dritten Tag vorgelegt werden muss. Das Entgeltfortzahlungsgesetz räumt dem Arbeitgeber aber auch das Recht ein, schon früher einen Krankenschein zu verlangen.

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