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24. März 2005, 10:16 Uhr

Das verdienen deutsche Firmenbosse

Die Vorstände der 30 deutschen DAX-Unternehmen müssen nicht am Hungertuch nagen: Neben ihrem Gehalt beziehen die meisten noch einen erfolgsabhängigen Bonus und andere Zulagen.

Bei den Dax-Unternehmen verweigert etwa ein Drittel genaue Zahlen© Boris Roessler/DPA

Bekannt sind derzeit folgende Gehälter (Stand 2004): Der Versicherungskonzern Allianz hat erstmals die Gehälter seiner Spitzenmanager einzeln offen gelegt. Das variable Gehalt hängt von der Gewinnentwicklung ab. Demnach erhielt Allianz-Chef Michael Diekmann 2004 rund 2,556 Millionen Euro als Barvergütung, das waren drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Betrag umfasste ein Fixgehalt von 900.000 Euro sowie einen Jahresbonus von rund 1,656 Millionen Euro. Insgesamt beliefen sich die fixen und variablen Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder auf 25,6 Millionen Euro. Ende 2004 hatte der Allianz-Vorstand zehn aktive Mitglieder.

adidas-Salomon will an einer Gesamtveröffentlichung festhalten. Danach erhielten die sieben Vorstandsmitglieder (2003) insgesamt 7,5 Millionen Euro. Der Pharma-Konzern Altana schlüsselt die Gehälter auf: Für vier Vorstandsmitglieder wurden 4,68 Millionen Euro ausgegeben - Vorsitzender Nikolaus Schweickart erhielt 1,7 Millionen. Bei der Bayer AG, die ebenfalls einzeln ausweist, erhielt Vorstandschef Werner Wenning einschließlich Konzernzulage und variabler Tantieme 1,6 Millionen Euro. Die anderen drei Vorstände bekamen jeweils gut 900.000 Euro. BASF schlüsselt nicht auf und zahlte für alle acht Mitglieder - fest und variabel zusammengerechnet - 11,9 Millionen Euro.

BMW nennt nur die Gesamtvergütung und will dies vorerst auch nicht ändern. Die sechs Vorstandsmitglieder erhielten 10,7 Millionen Euro. Die Commerzbank weist die Vorstandsbezüge bedingt einzeln aus. Die sieben Mitglieder kommen auf sieben Millionen Euro, wobei Vorsitzender Klaus-Peter Müller 1,42 Millionen kassiert. Der Autozulieferer Continental gibt keine individualisierten Zahlen bekannt, will sich aber an der künftigen Entwicklung orientieren. Die sechs Vorstandsmitglieder erhielten 5,4 Millionen Euro. Ebenso nannte DaimlerChrysler bisher nur eine Gesamtzahl: Die 14 Vorstände erhielten 40,8 Millionen Euro, wobei der variable Anteil von 27,4 Millionen den fixen von 13,4 Millionen Euro weit übersteigt.

Drei Mitglieder des Vorstandes der Deutschen Bank erhielten einzeln ausgewiesen je 800.000 Euro fix, Vorsitzender Josef Ackermann 1,2 Millionen. Dazu kamen Boni von je 2,9 Millionen, beziehungsweise 6,6 Millionen Euro für Ackermann. Einschließlich aktienbasierter Vergütungen wurden für die vier Vorstände 28 Millionen Euro ausgewiesen. Bei der Deutschen Börse ergibt der Einzelnachweis für die sechs Vorstandsmitglieder neun Millionen Euro, wobei Vorsitzender Werner Seifert 2,3 Millionen Euro erhielt.

Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel erhielt mehr als 1,72 Millionen Euro - je zur Hälfte ein Fixum und ein Bonus. Dabei sind Aktienoptionsrechte nicht eingerechnet. Insgesamt bezog der achtköpfige Vorstand 10,2 Millionen Euro - ohne zusätzlich mehr als eine Million Aktienoptionsrechte. Bei der Deutschen Telekom erhielt Vorstandschef Kai-Uwe Ricke 2003 ein Fixum von 1,25 Millionen Euro und eine variable Vergütung von 1,37 Mio Euro, insgesamt also 2,62 Millionen Euro. Auf die übrigen sechs Vorstandsmitglieder entfiel eine Summe von 9,51 Millionen Euro, davon waren 4,8 Millionen Euro das Fixum. Die nicht individualisierten Bezüge für sechs Vorstände von E.ON beliefen sich auf 17,4 Millionen Euro. Das Energie-Unternehmen wendet sich gegen eine Aufschlüsselung der Gehälter.

Fresenius Medical Care weist die Vorstandsbezüge nicht einzeln aus und gibt die Gesamtsumme für acht Mitglieder mit 3,4 Millionen Euro an. Der Waschmittel-Konzern Henkel gibt für sieben Manager 11,65 Millionen Euro an. Die HypoVereinsbank gab die Bezüge für sechs Vorstandsmitglieder mit acht Millionen Euro an. Auch bei Infineon gibt es derzeit keine Bestrebungen, den Einzelausweis einzuführen. Im Geschäftsjahr 2002/2003 wurden an fünf Manager insgesamt zwei Millionen Euro und 750.000 Aktienoptionen gezahlt.

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