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Yelp-Mitarbeiterin lästert über miese Bezahlung - und wird entlassen

Eine Angestellte des Bewertungsportals Yelp hat ihrem Chef Jeremy Stoppelman einen gepfefferten Brief vor den Latz geknallt. Nun ist sie ihren Job los - und das Unternehmen hat den Schwarzen Peter.

Jeremy Stoppelman, CEO von Yelp

Yelp-CEO Jeremy Stoppelman hat Ärger mit Lohndumping-Vorwürfen

Menschen, die Erfahrungsberichte öffentlich teilen, sind bei Yelp eigentlich gern gesehen. Schließlich beruht der Erfolg des Portals darauf, dass möglichst viele Kunden Restaurants, Geschäfte oder Dienstleister bewerten. Auf den Erfahrungsbericht von Talia Jane hätte Yelp aber doch ganz gerne verzichtet: Die Mitarbeiterin des Kundenservice hat sich in einem Blogbeitrag bitterlich über die miese Bezahlung bei Yelp beschwert - und wurde daraufhin entlassen. Nun steht CEO Jeremy Stoppelman persönlich am Pranger.

Auf der Seite medium.com richtet sich die 25-jährige Jane in einem "offenen Brief an meinen CEO" und beschreibt ihre Arbeits- und Lebensbedingungen in San Francisco. "Lieber Jeremy", beginnt sie ihr Schreiben, um dann voller Sarkasmus über ihre enttäuschten Träume bei Yelp abzulästern. Tenor: Wer bei Yelp arbeitet, verdient nicht genug zum Leben. 80 Prozent ihres Einkommens (733 Dollar, alle zwei Wochen) gingen für die Miete drauf, sie habe Kredite aufgenommen und nicht einmal genug Geld für Lebensmittel, obwohl sie ironischerweise für die Hotline der Yelp-Tochter Eat24 arbeitet. "Deine Angestellte für deine Essensliefer-App, die du für 300 Millionen Dollar gekauft hast, kann sich kein Essen leisten" schreibt Jane.

Yelp-Mitarbeiter - ein Fall für die Armentafel?

Als sie hergezogen sei, habe sie noch überlegt, sich bei einer Armentafel zu engagieren, weil es so viel Elend in der Stadt gebe. Aber ob er, Jeremy, nicht vielleicht lieber dafür sorgen wolle, dass seine Mitarbeiter in der Suppenküche eine warme Mahlzeit erhalten könnten. So geht es in einer Tour weiter, am Ende hat sie Yelp-Boss Jeremy Stoppelman fast 13.000 Zeichen vor die Füße gekotzt. Wenige Stunden später wird sie entlassen.

Zurecht, könnte man angesichts des Tonfalls und der rufschädigenden Äußerungen meinen. Andererseits wirkt die Kündigung wie die kaltherzige Rache eines großen Konzerns an einer armen kleinen Angestellten. Zumal die horrenden Lebenshaltungskosten und die Schere zwischen Arm und Reich gerade in San Francisco ein sensibles Thema sind.

Der angesprochene Stoppelman bekommt via Twitter jedenfalls eine Menge unfreundliche Nachrichten und versucht, die Wogen zu glätten. Er persönlich habe nichts mit der Entlassung zu tun, und diese sei auch nicht wegen des Briefes erfolgt, schreibt Stoppelman auf seinem Twitter-Account. Und ja, die Lebenshaltungskosten in San Francisco seien viel zu hoch. Die Lösung liegt für den Yelp-Boss aber nicht in einer Erhöhung der Gehälter, sondern in der Verlagerung schlecht bezahlter Jobs. Stoppelman hat angekündigt, den Kundenservice von Eat24 im Wüstenstaat Arizona auszubauen.

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