Fachleute aus Krisenländern sollen auf deutschen Arbeitsmarkt

18. Juli 2011, 03:48 Uhr

Bei der Bewältigung des Fachkräftemangels setzt die Bundesagentur für Arbeit zunehmend auf qualifizierte Zuwanderer aus europäischen Krisenländern wie Spanien, Griechenland und Portugal.

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Qualifizierte Zuwanderer aus Spanien, Portugal und Griechenland sollen gegen den Fachkräftemangel in Deutschland helfen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) wirbt derzeit verstärkt in den Krisenländern der Europäischen Union. "Es gibt ein großes Potenzial in Spanien, Tausende von Ingenieuren sind arbeitslos, auch IT-Spezialisten", sagte die Direktorin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV), Monika Varnhagen, der Tageszeitung "Die Welt" vom Montag.

17.000 Spanier seien grundsätzlich an einer Arbeit in Deutschland interessiert, sagte Varnhagen. "Wir sondieren derzeit in Griechenland und Portugal." In Portugal hätten zum Beispiel viele Pflegekräfte Interesse daran, in Deutschland zu arbeiten. Auch für griechische Mediziner sei die Bundesrepublik attraktiv, weil sie in Griechenland sehr lange auf eine Ausbildung zum Facharzt warten müssten. "Bei uns in Deutschland können sie in vier oder fünf Jahren diese Ausbildung machen und dabei als Ärzte in den Kliniken arbeiten." Potenzial für Ingenieure, Ärzte, Pflegepersonal und Facharbeiter gebe es aber auch in Bulgarien und Kroatien. Auch aus Polen könnten Ingenieure und Fachkräfte kommen.

Das größte Hindernis für Fachkräfte sei die deutsche Sprache. "Deutsch gilt als schwer zu erlernen", sagte Varnhagen. In vielen Ländern werde Deutsch nicht mehr als Fremdsprache angeboten. "Viele Hochqualifizierte lernen nur Englisch und gehen dann eben auch in englischsprachige Länder, wenn sie in ihrem Heimatland keine Beschäftigung finden." Dort werde ihnen oft auch ein Paket für die Familie mit Sprachkursen, Wohnung und Kindergartenplatz angeboten. "Aus diesen Beispielen können wir in Deutschland lernen", betonte Varnhagen. "Es reicht nicht, attraktive Firmen und Produkte zu haben, die Gesellschaft muss auch bereit sein, diese Menschen aufzunehmen und zu integrieren."

Die BA sieht vor allem einen Mangel im Ingenieursbereich und bei Ärzten sowie in den Gesundheits- und Pflegeberufen. Nach Berechnungen der Wirtschaft fehlen vor allem in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik mehr als 150.000 Fachkräfte.

ste/DPA
 
 
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