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Warum viele Kreditkarten getauscht werden - und was Kunden beachten sollten

Viele Kreditkartenbesitzer bekommen derzeit neue Karten zugeschickt. Grund für den großen Umtausch ist ein Datenleck, betroffen sind sowohl die Karten von Mastercard als auch von Visa.

  Kreditkartentausch im großen Stil:  Ein Datenleck scheucht nun die Banken auf.

Kreditkartentausch im großen Stil:  Ein Datenleck scheucht nun die Banken auf.

Aktuell bekommende Tausende Deutsche neue Kreditkarten zugeschickt. Das Begleitschreiben ist schwammig. Warum genau die Karte getauscht werden muss, erfahren die Kunden nicht explizit. Hintergrund der groß angelegten Tauschaktion ist ein massives Datenleck bei den größten Kreditkartenanbietern in Deutschland, Mastercard und Visa. 

Immer mehr Karten betroffen

Die Kreditkartenunternehmen hatten Banken informiert, dass sie Opfer eines Datenklaus geworden sind. Die Postbank tauscht daher rund 55.000 Karten, die Commerzbank gibt rund 15.000 Kreditkarten aus und beim Tochterunternehmen Comdirect werden 20.000 neue Karten verschickt. Bis Ende Januar soll die Umtauschaktion abgeschlossen sein, berichtet das "Handelsblatt". Laut der "Süddeutschen Zeitung" werden auch Karten von der Berliner Landesbank umgetauscht, Karten der Volksbanken seien ebenso betroffen, meldet "Heise". Auch einige Kunden der Hypo-Vereinsbank (HVB) seien betroffen, bestätigt ein Sprecher der Bank. "Mit unserem Sicherheitssystem erkennen wir Angriffe bereits in einem sehr frühen Stadium", sagt ein Sprecher von Unicredit. Bei der HVB mussten bislang nur einige, wenige Karten getauscht werden.

Ob Daten bereits missbraucht wurden oder andere Banken ebenfalls betroffen sind, ist bisher nicht bekannt. 

Banken haften für Schäden

Kreditkartennutzer sind durch die ausgebende Bank abgesichert. Sollten Hacker missbräuchlich einen finanziellen Schaden anrichten, haften die Geldhäuser. Dies gilt auch, wenn beispielsweise Dritte an die Kreditkartendate oder die Karte selbst gelangen. Nur wenn der Kunde grob fahrlässig handelt, könnte es sein, dass er auf den Kosten sitzen bleibt. Bei einigen Banken haften Kunden mit bis zu 150 Euro, wenn durch Diebstahl oder anderweitigen Missbrauch ein Schaden entsteht (und dieser nicht gemeldet und die Karte nicht umgehend gesperrt wird). "Visa empfiehlt Karteninhabern, ihre Konten regelmäßig zu überprüfen und ihre kartenausgebende Bank bei auffälligen Transaktionen sofort zu benachrichtigen. Visa-Karteninhaber sind bei Betrug geschützt und erhalten ihr Geld zurück", lässt Visa Europe wissen.

Die neue Karte kosten Kunden übrigens nichts. Wie der Bundesgerichtshof im Oktober 2015 feststellte, dürfen Banken für die Sperrung oder den Ersatz einer Karte keine Gebühren verlangen.

Wenig Kreditkarten in Deutschland

Auch wenn aktuell mindestens 90.000 Menschen neue Kreditkarten erhalten sollen, trifft es nur einen kleinen Teil der Kartenbesitzer in Deutschland. 2014 waren mehr als 31 Millionen Kreditkarten in Deutschland ausgegeben, davon waren 20 Millionen Karten von Mastercard und Visa. Doch häufig eingesetzt wird die Karte von den Deutschen nicht: Der Anteil der Kreditkarte beim Bezahlen im Einzelhandel lag 2014 bei 5,3 Prozent.

kg
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