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Mit diesen fünf Tricks schummelt die Lebensmittelindustrie

Chips, die süchtig machen oder Saft, der eigentlich aus Sirup gewonnen wird: Hersteller von Lebensmitteln kennen einige Tricks, um ihre Produkte billig herzustellen. Der Verbraucher ahnt wenig davon. Das "ZDF" deckt einige dieser Schummeleien auf.

Tricks Lebensmittelindustrie

Zusätze im Brot, Saft aus Sirup und Suchtfaktor bei Stapelchips: So schummelt die Lebensmittelindustrie.

Wussten Sie, dass eine ganze Reihe von Zusatzstoffen in Broten und Brötchen gar nicht in der Zutatenliste auftauchen muss? Ein Gesetzeskniff hilft den Herstellern, ihre Ware billig herzustellen - und Verbraucher im Unklaren zu lassen, was sie da eigentlich kaufen.

Das ZDF deckt in einer Dokumentation einige dieser Tricks auf. Um die Schummeleien nachvollziehen zu können, hat das TV-Team den Lebensmittelexperten Sebastian Lege eingeladen. Er tüftelt die Rezepturen aus und schafft es mit fast haushaltsüblichen Mitteln, Milchschnitte oder Apfelsaft in Industriequalität nachzuproduzieren. Dabei deckt der Fachmann einige Schummeleien der Hersteller auf.

Trick 1: Chips, die uns süchtig machen

Können Sie bei Stapelchips auch nicht genug bekommen? Oder machen Sie eine Tüte Chips auch am liebsten direkt leer? Das ist kein Zufall: Die Zusammensetzung aus 35 Prozent Fett und 55 Prozent Kohlehydrate macht es schwer, dem Snack zu widerstehen. Das weiß auch die Industrie. Und setzt voll auf die magische Zusammensetzung: Tiefkühlpizza, Pommes und viele weitere Snack funktionieren nach diesem Suchtfaktor. 

Trick 2: Billig-Fleisch aufmotzen

Um minderwertige Lebensmittel aufzuwerten, nutzt die Industrie Würze. Verbraucher suchen bei den Inhaltsstoffen vergeblich nach Glutamat, denn die Hersteller haben mit neuen Bezeichnungen die Geschmacksverstärker ein wenig versteckt. Hefeextrakt klingt deutlich weniger künstlich - und dennoch sorgt der Zusatz für einen herzhaften Geschmack. In der Doku wird damit sogar günstiges Discounter-Huhn aufgepeppt.

Trick 3: Sirup im Saft

Sie glauben, dass Apfelsaft aus frisch gepressten Früchten direkt in den Tetrapak tropft und dann bei Ihnen auf dem Frühstückstisch landet? Leider falsch, denn ein Großteil der Säfte im Regal besteht aus Konzentrat - also aus Sirup. Die zähe, klebrige Masse wird dann mit Wasser gestreckt und fertig ist der klare Apfelsaft.

Trick 4: Milchprodukte aufblasen

Frischkäse ist fluffig, die Milchcreme ist besonders sahnig - so lieben Verbraucher ihre Milchprodukte. Damit das funktioniert, wird nicht nur Stärke und Co. in die Sahne gerührt. Mit Milchpulver und Wasser wird die Brühe gestreckt und mit Stickstoff so aufgepumpt, dass mit wenig Material viele Schälchen gefüllt werden können. Kunden kaufen also vor allem Gas, wenn sie bei Milchprodukten zugreifen.

Trick 5: Zusatzstoffe einfach nicht aufführen

Backwaren sind die Könige der Zusatzstoffe - in keinem anderen Lebensmittel landen so viele Zutaten. Doch längst nicht alle diese Stoffe finden sich auf der Zutatenliste, die der Verbraucher sehen kann. Möglich macht das ein Kniff im Gesetz: Zusatzstoffe, die im Endprodukt ihre Funktion verloren haben, brauchen nicht mehr aufgeführt werden. Bei der Puddingbrezel in der Sendung können am Ende ein Drittel der Zusatzstoffe gestrichen werden.


Die Sendung läuft am 02.02 im ZDF und beginnt um 20.15 Uhr. Alternativ kann die Doku auch in der Mediathek angesehen werden.

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