
Frieslands Antwort auf Bill Gates Garage: Der Bauernhof in Lüdingworth© Jimdo
Matthias: Wir haben gesehen, unsere Software kann noch mehr, das wollten wir ausprobieren. Homepage-Baukästen gibt es vermutlich Tausende. Aber was es international gibt - da können wir locker mithalten.
Christian: Wir senken für Privatleute die Schwelle extrem ab, um deren Sachen individuell im Netz darzustellen. Bei uns bist du nicht an eine Einheitsstruktur gebunden - du kannst das machen, wie du willst. Die Bandbreite der Seiten ist riesig. Von der Zucker-Seite aus Berlin, ein Kanadier der über den Atlantik rudert und und und.
Fridtjof: Wir sind der perfekte Baukasten. Man kann seine ganze Inhalte an einen Ort ablegen, und das so gestalten, wie man will. Ob Reisebilder, Musik, dein Hobby - unsere Bandbreite ist enorm. Und das Coole ist: Die Seiten sehen alle anders aus! Wir machen jetzt ein paar Tools, damit man die Seiten miteinander verbinden kann. Aber das Community-Ding steht bei uns nicht im Vordergrund. Das Zentrale ist die eigene Seite.
Matthias: Du musst nur deinen Usernamen und deine Mailadresse angeben, dann kriegst du einen Link, und das ist dann deine eigene Jimdo-Seite. Die ist komplett fertig, mit Struktur und Bildern. Da ist ein Login-Button und dann kannst du da ran gehen. Beim Bearbeiten sieht die Seite genauso aus wie live - da ist keine Abstraktion nötig.
Fridtjof: Das ist ein Spieleffekt, das macht eben Spaß und nervt nicht. Du kannst auf dem Sofa sitzen und machst auf der linken Backe deine eigene Seite.
Matthias: Bei uns gibt es auch ein Bezahl-Paket für fünf Euro im Monat. Dann hat man kein "Jimdo"-Logo auf der Seite und keine Werbung, ein paar Features mehr und man bekommt seine eigene Domain. Das kostet 5 Euro im Monat.
Fridtjof: Webseiten fressen ja kaum Ressourcen, wenn man sein Handwerk versteht. Da geht ungeheuer etwas auf eine Maschine rauf, bevor die ächzt. Die Kosten pro Nutzer sind daher wahnsinnig gering. Durch die Effizienz unserer Software rechnen sich auch kleine Werbeeinahmen.
Matthias: Unsere Zahlen entwickeln sich schon im Schneeball-Effekt. Zuerst waren es 50 neue Nutzer am Tag, dann Hundert, jetzt sind es richtig viele. Wir haben inzwischen auch in China und Amerika Server stehen. Ende Juli sind wir in China gestartet, ende September in Frankreich.

Jimdo bietet Websites für lau
Christian: Genau wissen wir das auch nicht, aber es funktioniert. Die ersten 10.000 User aus China hatten wir dort bereits 10 Wochen nach dem Start!
Fridtjof: In erster Linie geht's darum, dass jeder Jimdo nutzt. Unser Slogan heißt "Pages to the People" und darum geht's auch. Wenn sich dann der wirtschaftliche Erfolg einstellt - ist doch super!
Christian: Wenn es wegen des Geldes wäre, dann wären wir bis jetzt schlecht gefahren. Ich glaube, wenn ich mal soviel verdiene, wie unsere Angestellten, dann ist alles in Ordnung.
Matthias: Wir haben ja auch fast nichts bekommen. Die ersten eineinhalb Jahre haben wir uns nichts ausgezahlt, jetzt bekommen wir ein besseres Studentengehalt. Bei dem Maßstab ist jeder Angestellte echt teuer!
Christian: Wir glauben an die Sache. Jimdo kann hochprofitabel werden. Klar, irgendwann will man mal 'ne Pause haben. Wir haben nach der Schule immer voll Gas gegeben, aber eine Weltreise wäre ja auch nicht schlecht.
Fridtjof: Nein, leider nicht mehr wirklich. Ich fahre immer noch im Nash-Team. Ein paar Jahre lang war ich in den Top-Ten, aber durch die Arbeit konnte ich nicht mehr genug trainieren. Das war hart: Da bist du immer ganz vorne mit dabei und kaum hast du weniger trainiert, schon bist du im Vergleich nicht mehr so gut. Das war schon Sch****. Wenn du zur Arbeit fährst und siehst die Leute am Strand, das tut echt weh.
Matthias: Zehn sind den ganzen Tag da, dazu kommen Studis als 400-Euro-Kräfte.
Christian: Wir haben jetzt sogar einen Azubi! Fachinformatiker! Mann, der ist der Knaller. Martin ist echt der Held. Der ist so intelligent! Dem gibst du so ein Buch und du merkst richtig, wie er das in den Kopf reinzieht!
Matthias: Die bringen nicht nur Geld mit, sondern auch Wissen und Kontakte. Wir haben jetzt technisch einen Vorsprung vor allen anderen, aber nur mit zusätzlichem Geld und mehr Know-How können wir jetzt beim Wachstum gewaltig zulegen.
Fridtjof: Wir wollen das zusätzliche Kapital für die Entwicklung von Jimdo. Auf keinen Fall warten wir nämlich darauf, von einem ganz Großen aufgekauft zu werden. Klar, unser Geschäft funktioniert jetzt schon. Das würde sich auch aus sich heraus weiter entwickeln und wir sind auch mächtig stolz drauf. Aber mit dem zusätzlichen Kapital schaffen wir es jetzt ganz nach vorn. Mit unserem Produkt haben wir echt was in der Hand und wir wollen jetzt richtig Gas geben.