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SPD will 500-Euro-Schein abschaffen

Betrug, Korruption, Geldwäsche - der 500-Euro-Schein gilt als Banknote der Kriminellen. Die SPD will den 500er daher aus dem Verkehr ziehen. Außerdem soll es eine generelle Obergrenze für Barzahlungen geben.

  Braucht man einen so großen Schein? Weil die Deutschen 1000 Mark am Stück kannten, bestanden sie bei der Euro-Einführung auf einem 500-Euro-Schein. Doch die Banknote hat einen schlechten Ruf.

Braucht man einen so großen Schein? Weil die Deutschen 1000 Mark am Stück kannten, bestanden sie bei der Euro-Einführung auf einem 500-Euro-Schein. Doch die Banknote hat einen schlechten Ruf.

In vielen Ländern wird mittlerweile überwiegend elektronisch bezahlt, die Deutschen aber hängen am Bargeld. Das macht Deutschland zum beliebten Ziel für Betrüger und Geldwäscher. Vor allem der 500-Euro-Schein gilt als Banknote der Kriminellen. Mit ihm lassen sich hohe Summen einfach und nicht nachverfolgbar transferieren. Den Bekämpfern organisierter Kriminalität ist der 500er daher schon lange ein Dorn im Auge. Nun mehren sich auch in Deutschland die Stimmen für eine Abschaffung der Banknote.

Laut einem Bericht des "Handelsblatts" will die SPD den 500-Euro-Schein aus dem Verkehr ziehen. Zudem fordern die Sozialdemokraten eine Obergrenze für Barzahlungen in Höhe von 5000 Euro. Auch den gehobenen Gebrauchtwagen müsste man dann mit Karte zahlen. "Mit einer Bargeldschwelle wird Deutschland auch für Kriminelle aus dem Ausland unattraktiver", zitiert das "Handelsblatt" aus einem Positionspapier der SPD-Arbeitsgruppe Finanzen.

Bargeldgrenze in anderen Ländern normal

In vielen europäischen Ländern gibt es bereits eine Grenze für Barzahlungen. In Frankreich, Italien und Portugal liegt sie laut "Handelsblatt" bei 1000 Euro, in Spanien sind es 2500 Euro. Um einen Grenzwert für Deutschland einzuführen, muss die SPD aber erst noch den Koalitionspartner CDU überzeugen. Das Bundesfinanzministerium erklärte dem "Handelsblatt", man spreche sich für eine einheitliche europäische Lösung aus.

Den 500-Euro-Schein könnte Deutschland sowieso nicht im Alleingang abschaffen, das müsste die Europäische Zentralbank tun. Allerdings hat der große Schein, der nur den Deutschen zuliebe überhaupt eingeführt wurde, auf europäischer Ebene nicht besonders viele Freunde. Gerade erst hat sich der Chef der EU-Betrugsbekämpfungsstelle "Olaf" und frühere Mafia-Ermittler Giovanni Kessler für eine Abschaffung der umstrittenen Banknote ausgesprochen.

Rund 600 Millionen 500-Euro-Scheine sind derzeit in Umlauf, vom Gesamtwert aller Euro-Scheine entfällt etwa ein Drittel auf den 500er. Normale Bürger halten die Banknote allerdings höchst selten in den Händen.

bak
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