30. März 2012, 11:50 Uhr

Finanzminister stocken Schutzwall weiter auf

Die Eurozone bekommt einen deutlich höheren Schutzwall im Kampf gegen die Krise. Die Finanzminister der Euroländer haben sich darauf geeinigt, den Rettungschirm auf 800 Milliarden Euro aufzustocken.

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Euro-Münze vor einem Globus: Brandmauer gegen Schuldenkrise erhöht©

Die Euroländer weiten ihre "Brandmauern" gegen die Schuldenkrise auf über 800 Milliarden Euro aus. Das beschlossen die Euro-Finanzminister nach Angaben der österreichischen Finanzministerin Maria Fekter am Freitag in Kopenhagen. Der ESM hatte nach bisherigen Vereinbarungen einen Umfang von nur 500 Milliarden Euro.

Die Summe setzt sich aus bereits verbuchten Hilfen für Griechenland, Portugal und Irland aus dem bisherigen Euro-Rettungsfonds EFSF in Höhe von 200 Milliarden Euro, EU-Krisenmitteln von 49 Milliarden Euro, ausgezahlten Geldern aus dem ersten Hilfsprogramm für Griechenland in Höhe von 53 Milliarden Euro und dem neuen Euro-Rettungsfonds ESM mit seiner geplanten Ausleihkraft von 500 Milliarden Euro zusammen.

"Für den Zeitraum bis zum tatsächlichen Bestehen des ESM, also der Einzahlung der gesamten Tranchen sollen EFSF und ESM weiter bestehen bleiben, also parallel laufen, bis Mitte 2013", fügte Fekter hinzu. Der ESM tritt im Sommer im Kraft, erreicht aber erst später seine volle Ausleihkraft von 500 Milliarden Euro, da ein Barkapital von insgesamt 80 Milliarden Euro in mehreren Tranchen von den Euro-Ländern überwiesen wird.

Die Ministerin äußerte sich zuversichtlich, dass die Beschlüsse an den hochnervösen Finanzmärkten für Beruhigung sorgen. "Die Märkte signalieren bereits relative Ruhe. Damit kann man erkennen, dass die Märkte mit dem umgehen können, was wir hier aufgestellt haben."

Diplomaten hatten eine schwierige Debatte erwartet, da Deutschland und Frankreich vor dem Treffen nicht auf derselben Linie lagen. Die Bundesregierung wollte nach langem Zögern zunächst höchstens eine zeitweise Ausweitung von den ursprünglich geplanten 500 Milliarden Euro auf 700 Milliarden Euro zulassen. Am Donnerstagabend nannte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dann einen Betrag von rund 800 Milliarden Euro. Zuvor hatte er gesagt: "Sie können die Firewall so hoch machen wie Sie wollen, das nützt gar nix."

Frankreich wollte die europäischen Rettungsfonds hingegen auf etwa eine Billion Euro erhöhen, um Spekulanten von Angriffen auf Mitglieder der Währungsunion abzuhalten.

fro/AFP
 
 
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