16. Juni 2008, 11:32 Uhr

Lkw-Maut soll kräftig steigen

Die Bundesregierung will zum kommenden Jahr die Maut für schwere Lkw auf deutschen Straßen kräftig erhöhen. Verbraucher können sich auf Preissteigerungen einstellen, da die Spediteure die höheren Kosten weitergeben werden.

Die Lkw-Maut soll ab dem kommenden Jahr steigen©

Spediteure sollen für schwere Lkw auf deutschen Autobahnen ab dem nächsten Jahr deutlich mehr zahlen. Die Gebühr soll nach dem Willen der Bundesregierung um gut ein Viertel steigen und damit noch stärker als zuletzt geplant.

Statt wie bisher durchschnittlich 13,5 Cent pro Kilometer sind dann rund 17 Cent fällig, erfuhr Reuters an mehreren Stellen aus Regierungskreisen. Für den Bund bedeute dies Mehreinnahmen von rund 800 Millionen Euro, die in den Verkehrshaushalt fließen und überwiegend für den Straßenbau verwendet werden sollen.

Für die Bundesbürger könnte dies für viele Produkte Preissteigerungen bedeuten, da die Mehrkosten von den Speditionen umgelegt werden. Das Verkehrsministerium wollte sich zu den Details nicht äußern. Man sei aber zuversichtlich, am Mittwoch im Kabinett eine Einigung zu erreichen.

Die höhere Maut passt sich damit an eine neue EU-Wegekostenrichtlinie an, die auch die Kosten für Straßenneubau, Grundstücke und Umweltschäden berücksichtigen soll. Bereits vor rund zwei Wochen hatten sich Spediteure, Union und SPD sowie der Bund auf ein bereits seit langem geplantes Entlastungspaket von 350 Millionen Euro für deutsche Fuhrunternehmen verständigt.

Im Gegenzug sollte die Maut auf 15 Cent steigen. Mit der Umsetzung der Wegekostenrichtlinie kann sie nun auf rund 17 Cent weiter klettern. Der Beschluss soll mit in das zweite Klimaschutzpaket von Meseberg aufgenommen werden, dass die Regierung am Mittwoch im Kabinett verabschieden will.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
malibuli (17.06.2008, 11:59 Uhr)
@mister-mister
Stimmt genau. Erinnert mich an die Bäcker, die das Brot 20 Cent teurer machen, weil das Mehl 20% teurer wurde. Dass die 20% beim Brot wohl nur 5 Cent ausmachen, muss ja niemand wissen.
Der Konsument hat die Macht. Niemand muss, sondern jeder kann kaufen was er will.
mister-mister (16.06.2008, 15:51 Uhr)
Teurer..?? Naja.......................
Rechnen wir doch mal alle miteinander: Ein LKW (Nutzlast 24to) fährt mit einer Ladung Lebensmittel zu einem Depot / einem Supermarkt. Er legt in D 500 km (incl. Rückweg) zurück und hat bei einer Differenz von 4 Cent/gef. km BAB Mehrkosten von EUR 20,00 oder 2.000 Cent.
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Die holt sich der Dienstleister erst mal von seinem Auftraggeber und ist damit kostenneutral bezahlt.
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Eine Komplettladung besteht im Food-Sektor aus Tausenden und Abertausenden von Einzelpackungen in Umkartons / Paletten / sonstigen Gebinden, die im Supermarkt kommissioniert und in die Regale gepackt werden. Sagen wir der Einfachheit halber mal: 2.000 Einzelverkaufsartikel vom Toilettenpapier bis zum Päckchen Butter.
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Und das reicht nicht! In der Praxis werden es mehr sein.
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Sollte also ein einziger Markenartikel-Hersteller versuchen, den Packungspreis (aus Begründung vorgeschoben: hohe Transportkosten) um mehr als maximal 1 Cent zu erhöhen, versucht er den Verbraucher über den Tisch zu ziehen. Das sollten wir mal im Hinterkopf behalten, wenn wieder das Gepienze und Gejaule über die angeblich exorbitant gestiegenen Transportkosten losgeht.
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An der LKW-Maut kann es dann nicht liegen.
heiner5362 (16.06.2008, 15:46 Uhr)
@ramteid
sehr gute idee und dies auch auf den kfz-verkehr ausdehnen, austria verdient sich ja auch eine goldene nase an den gebühren.
nur besteht die gefahr dass unsere oberkopfgesteuerten politiker gleich alles über einen kamm scheren und die brd komplett vermautet wird.
spätestens nach der wahl 2009 gehts los !!!
ramteid (16.06.2008, 14:20 Uhr)
Das Opfer ist der Bürger.
Die gesamte Maut ist eine einzige zusätzliche Abzocke der Bürger und der Unternehmen. Die Mautgebühren geben logischerweise die Unternehmen weiter an den Verbraucher. Mautgebühren nur für die Länder, wo wir auch Maut bezahlen, die eigenen Unternehmen aber nicht, dass wäre der einzig richtige Weg. Denn dann verlagern sich Unternehmen nach Deutschland, schaffen Arbeitsplätze und zahlen Steuern. Alles andere ist Wegelagerei.
gewichtwaechter (16.06.2008, 14:00 Uhr)
Ein grosser Nachteil ...
... der Mauterhöhung ist wahrscheinlich die massive Mautumgehung über Bundes- und Landesstrassen, deren Anwohner das wieder ausbaden müssen. Zumindest Bundesstrassen sollten auch mautpflichtig werden, dann bräuchte es keine Erhöähung.
guzziman (16.06.2008, 12:37 Uhr)
Die LKW-Maut hat den Vorteil,
das alle LKW's sie zahlen müssen auch die ausländischen, während bei den Spritpreisen die Ausländer vor der Grenze volltabken und dann in einem Rutsch durh Deutschland durchfahren ohne einen cent für die Benutzung gezahlt zu haben. So gesehen ist das ok, andererseits kann man den Bürgern durch die Mauterhöhung nicht schon wieder eine Preisteigerung zumuten. ich denke wir sind von dem Abzockerstaat schon genug geschröpft worden. Ausserdem könnte das wieder zu mehr Insolvenzen bei den Speditionen führen. Hier sollten vielleicht in Deutschland ansässige Speditionen finanziell unterstützt werden, denn die sind mit den hohen Spritpreisen schon genug bestraft und nicht mehr Konkurrenzfähig.
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