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Für Martin Winterkorn kommt alles noch schlimmer

Bereits im Mai 2014 soll der damalige VW-Chef Martin Winterkorn vor Ermittlungen der US-Behörden nach einer Betrugssoftware gewarnt worden sein. Dies geht aus Informationen der "Bild am Sonntag" hervor.

Martin Winterkorn

Ex-VW-Chef Martin Winterkorn: In der Abgasaffäre schon früh gewarnt

In der Affäre um manipulierte Abgaswerte wird der frühere VW-Vorstandschef Martin Winterkorn durch interne Dokumente belastet. Laut einem Bericht von "Bild am Sonntag" war Winterkorn bereits am 23. Mai 2014 von einem Mitarbeiter schriftlich vor Ermittlungen der US-Umweltbehörden wegen überhöhter Abgaswerte und der Suche nach einer VW-Betrugssoftware gewarnt worden.

In der Notiz geht es um Messungen der Behörden, bei denen die zulässigen Stickstoffwerte (NOx) um das bis zu 35-fache überschritten wurden. „Eine fundierte Erklärung für die dramatisch erhöhten Nox Emissionen kann den Behörden nicht gegeben werden“, heißt es in dem Schreiben an Winterkorn.

Es sei "zu vermuten, dass die Behörden die VW Systeme daraufhin untersuchen werden, ob Volkswagen eine Testerkennung in die Motorsteuergeräte-Software implementiert hat (so genanntes defeat device)." Zu diesem frühen Zeitpunkt gab es bereits den Verdacht, die Amerikaner könnten nach einer Manipulationssoftware (Defeat Device) suchen.

Martin Winterkorn will sich zurzeit nicht äußern

Winterkorn hatte versichert, von der Schummel-Software erst kurz vor dem 18. September 2015 erfahren zu haben. An diesem Tag hatten die US-Umweltbehörden den VW-Abgasbetrug öffentlich gemacht. Auf Anfrage von "Bild am Sonntag" wollte sich Winterkorn wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern.

Laut den Dokumenten, die der Zeitung vorliegen, hatte bereits am 5. August 2015 ein hochrangiger VW-Manager gegenüber dem Vizechef der kalifornischen Umweltbehörde CARB die gesetzeswidrigen Abgaswerte bestätigt. Nach diesem Eingeständnis sei man in Wolfsburg davon ausgegangen, dass auf den Konzern erhebliche Strafzahlungen und Schadenersatzforderungen zukommen werden.

Dennoch hatte VW die Öffentlichkeit erst am 22. September 2015 in einer so genannten Ad-hoc-Meldung darüber informiert und damit womöglich gegen das deutsche Wertpapierhandelsgesetz verstoßen. Darin ist vorgeschrieben, dass Firmennachrichten unverzüglich öffentlich zu machen sind, wenn sie den Aktienkurs eines Unternehmens beeinflussen können.

tim
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