Siemens-Aufsichtsrat beruft Kaeser an die Spitze

31. Juli 2013, 12:49 Uhr

Seit Tagen hat sich der Wechsel an der Spitze abgezeichnet, nun meldet Siemens Vollzug: Finanzvorstand Joe Kaeser löst den bisherigen Chef Peter Löscher ab. Mit einer Erklärung verabschiedet er sich.

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Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser löst den bisherigen Vorstandschef Peter Löscher an der Konzernspitze ab. Der Aufsichtsrat habe Kaesers Berufung zum neuen Vorstandschef einstimmig zum 1. August beschlossen, teilte das Unternehmen in München mit. Löscher werde mit Ablauf des Tages sein Amt niederlegen und in gegenseitigem Einvernehmen aus dem Vorstand ausscheiden.

Damit ist der Führungswechsel bei Deutschlands größtem Elektrokonzern besiegelt. Die Ernennung eines neuen Finanzvorstands werde zeitnah erfolgen, erklärte das Unternehmen.

Löscher fehlte das Vertrauen

Peter Löscher hat sich nach seinem erzwungenen Abschied in einer persönlichen Erklärung bei seinen Unterstützern bedankt. Er schließe darin neben der Familie Siemens die Mitglieder des Aufsichtsrats ein, die ihn nicht nur seit Amtsantritt, "sondern gerade auch in den vergangenen Monaten ausdrücklich unterstützt haben und sich in mehreren Gesprächen mit mir meinen Verbleib an der Spitze des Unternehmens gewünscht haben", schrieb der Manager. Er sei aber zu dem Schluss gekommen, dass eine vertrauensvolle Basis für seine Arbeit "nicht mehr gegeben sei."

Ein Unternehmen brauche aber ein Höchstmaß an Geschlossenheit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. "Die Interessen Einzelner, auch meine eigenen, haben hinter dem Wohlergehen des Unternehmens zurückzustehen", schrieb Löscher. Es wäre fatal, sollte das fehlende Vertrauensverhältnis in der Führung den "eingeschlagenen erfolgreichen Kurs" von Siemens infrage stellen. Seinem Nachfolger wünsche er im Amt Erfolg und Glück, ohne allerdings dessen Namen zu nennen.

Gewinnwarnung besiegelte Löschers Ende

Löscher war über eine Serie von Rückschlägen und zuletzt über die zweite Gewinnwarnung innerhalb von nicht einmal drei Monaten gestürzt. Seine Ablösung galt in den vergangenen Tagen bereits als sicher, nachdem sich der Aufsichtsrat bei Marathon-Beratungen am vergangenen Wochenende mehrheitlich auf die Personalien verständigt hatte.

tkr/DPA
 
 
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