Startseite

Airbnb-Vermieter klagen über Drogenpartys, Orgien und Vandalismus

Einige Silvesterpartys in gemieteten Airbnb-Wohnungen sind ganz schön aus dem Ruder gelaufen. Vermieter aus London, Montreal und Oakland wurden unfreiwillig Gastgeber ausschweifender Exzesse.

  Bei unangekündigten Silvesterfeiern wurden Wohnungen von mehreren Airbnb-Anbietern ramponiert (Symbolbild)

Bei unangekündigten Silvesterfeiern wurden Wohnungen von mehreren Airbnb-Anbietern ramponiert (Symbolbild)

Wer seine Wohnung an Silvester über Airbnb vermietet, sollte genau hinschauen, wen er sich ins Haus holt. Denn wenn es schlecht läuft, stößt der Vermieter bei der Heimkehr auf die rauchenden Trümmer einer unangekündigten Silvesterparty. So erging es zumindest Airbnb-Vermietern in London, Montreal und Oakland. Sie wurden unfreiwillig Gastgeber für Drogenpartys, Sex-Orgien und einen ausschweifenden 18. Geburtstag. 

Geburtstags-Party mit 200 Personen

In Oakland vermietete Reshma Vasanwala ihre Bude an einen älteren Mann aus Chicago. Dachte sie zumindest. Tatsächlich steckte hinter der Buchung ein junger Bursche, der eine geeignete Location für seinen 18. Geburtstag suchte. Als die Nachbarn bemerkten, dass nebenan rund 200 Personen feierten, kontaktierten sie die Hausbesitzer, doch die waren nicht in der Stadt.

Die Kids hinterließen ein Schlachtfeld aus leeren Schnaps-Flaschen, Scherben und Zigaretten, erzählte Vasanwala "ABC7 News". Die Polizei setzte das feierwütige Geburtstagskind wegen Vandalismus fest. Airbnb sperrte den Nutzer und versprach, den Schaden zu kompensieren.

Drogen, Lärm und Handgreiflichkeiten

In London erging es Airbnb-Vermieterin Christina McQuillan ähnlich. In der Silvesternacht riefen die Nachbarn aufgeregt bei ihr an, weil in der Wohnung eine wilde Party stattfand. Als McQuillan auftauchte, um die Party aufzulösen, musste sie sich auch noch Handgreiflichkeiten gefallen lassen. "Die Leute kifften und nahmen andere Drogen, und tranken", erzählte McQuillan dem "Evening Standard".

Zudem hätten sie professionelles Musik-Equipment aufgebaut und beschallten alles in ohrenbetäubender Lautstärke. Ein Paar habe sogar Sex in der Wohnung gehabt, auch auf der Straße vor der Wohnung fand ein Teil der Party statt. Erst mit Hilfe der Polizei wurde McQuillan wieder Herrin der Lage. Airbnb hat sich mittlerweile bei ihr entschuldigt und angeboten, den Schaden zu bezahlen.

Koks-Sex-Orgie - ausgerechnet in der Hochzeitsnacht

Die härteste Geschichte ereignete sich in Montreal. Vice-Autorin Justine Smith berichtet von ihrer Silvesternacht, die gleichzeitig ihre Hochzeitsnacht war - und damit endete, dass Fremde eine Sex- und Koksparty in ihrer Wohnung feierten. Smith und ihr Jetzt-Ehemann, die regelmäßig ein Zimmer ihrer Wohnung bei Airbnb anbieten, wollten die Buchung für diese Nacht zunächst ablehnen. Sie ließen sich dann aber doch von dem netten Pärchen bequatschen, das unbedingt eine Unterkunft für Silvester brauchte.

Als sie von ihrer Hochzeitsfeier in die Wohnung zurückkehrten, war das Wohnzimmer vollkommen vermüllt und die Küche größtenteils leer gefressen. Die Gäste waren außer Haus und das frisch vermählte Paar legte sich schlafen. Kurz darauf kamen die Airbnb-Gäste zurück - wohl aus einem Club - und durch die Schlafzimmertür hörten Smith und ihr Mann, wie im Wohnzimmer eine Kokslinie nach der nächsten gezogen wurde. Obwohl die Gäste ja ein eigenes Zimmer hatten, ließen sie sich auch nicht davon abhalten, im Wohnzimmer unüberhörbar Sex zu haben.

Doch damit nicht genug. Am Morgen folgt die nächste unliebsame Überraschung: Auf ihrem Sofa liegen zwei völlig unbekannte Nackte und im Gästezimmer lümmeln drei weitere Menschen im Bett herum, darunter das Pärchen, das am Vortag noch so harmlos gewirkt hatte. Wie sich später herausstellt hatten alle fünf Gäste auch noch gemeinsam Sex im Badezimmer. Immerhin hinterlassen sie einen Zettel mit einer Entschuldigung für ihr schlechtes Benehmen. "We were honestly just fucked up. Congratulations on your wedding!"

540 schwere Fälle im Jahr 2015

Laut Airbnb sind solch krasse Fälle extrem selten. Im vergangenen Jahr habe es bei 35 Millionen Gästen weltweit nur 540 Schadensfälle von mehr als 1000 US-Dollar ("significant property damage") gegeben, schreibt der "Guardian".

bak
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools