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Das Dilemma der Discounter

Aldi, Lidl und Co. müssen mit Umsatzrückgang kämpfen. Der ist zwar noch nicht dramatisch, zeigt aber: Die Immer-Billiger-Strategie scheint zu stocken. Und längst müssen die Discounter mit neuen Wettbewerbern konkurrieren.

Der September lief nicht so gut für Deutschlands Discounter. Zwei Prozent des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahresmonat haben die Billig-Supermärkte eingebüßt, so der GfK Consumer Index. Aber wie konnte es dazu kommen? 

Zunächst sind zwei Prozent in einem Monat noch nicht die Welt. Doch im laufenden Jahr mussten Aldi, Lidl und Co. laut GfK-Berechnungen  ein Minus von 2,2 Prozent verschmerzen. "Offensichtlich fehlt es den Discountern an schlagkräftigen Ideen", schreibt die "Lebensmittelzeitung". Dass die Discounter sich ausgeruht hätten, kann man ihnen nicht vorwerfen. Seit Monaten tobt zwischen Aldi und Lidl ein Krieg: Um Innovation, günstige Preise und Kundschaft.

Discounter kontern das Billig-Image

Längst haben sich die Discounter auf neue Kunden eingestellt, bieten Frischfleisch, backen Brot und Brötchen vor Ort auf, locken mit Highclass-Wein oder Champagner. Das schmuddelige Billig-Image wollen die beiden größten Discounter Deutschlands auch mit einem neuen Raumkonzept abstreifen. Denn die Märkte werden immer größer, während es immer weniger werden. Neue Standorte haben gerne 1200 bis 1400 Quadratmeter Fläche, sind hochwertiger ausgestattet - und erinnern stark an eine Filiale von Edeka oder Rewe. Diese Märkte seien eine Reaktion auf die starke Entwicklung der Vollsortimentsmärkte, schreibt die "Lebensmittelzeitung". 

Mit einer Aufwertung der Konzepte würden die Discounter den veränderten Kundenerwartungen Rechnung tragen und Käufer zurückgewinnen. Tatsächlich wachsen Supermärkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten Edeka, Rewe und Co. um 3,7 Prozent zu. Offenbar zieht es Kunden in Supermärkte mit Schlachtertresen, einer großen Obst- und Gemüseauswahl und allen erdenklichen Markenprodukten - auch wenn die Preise zum Teil deutlich über denen der Discounter liegen.

Aldi und Lidl liefern sich Preisschlacht

Aldi und Lidl hatten zuletzt versucht, die Schlacht um die Kunden über den Preis auszufechten. Immer mehr Markenprodukte nahmen die Discounter ins Sortiment auf und drehten an der Preisschraube. Abwechselnd reduzierten Aldi und Lidl Markenprodukte wie Red Bull, Wrigley Kaugummis oder Funny Frisch Chips.

Genützt hat dieser Preiskrieg offenbar nicht: Der größte Gewinner beim GfK-Vergleich sind die Drogeriemärkte. Sie konnten um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegen. Das ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren wenig, denn lange hatten Drogerien ein zweistelliges Wachstum. Doch im Vergleich zu Supermärkten oder Discountern ist das Wachstum immer noch stark. So erzielte die Drogeriekette dm zuletzt ein Umsatzplus von rund neun Prozent. Grund für das gute Ergebnis: Die Nachfrage nach Bio-Produkten. Längst verkaufen Müller, dm oder Rossmann nicht mehr nur Waschmittel und Hygieneartikel. Bio-Produkte aus der Tiefkühltruhe, Vollwertkost, Wein, Säfte ohne Zusätze oder Gewürze sind inzwischen fester Bestandteil des Angebots. Trends wie Bio-Ware oder Vollkornprodukte stehen zwar inzwischen auch beim Discounter in den Regalen, doch offenbar sind die Kunden bereit, für größere Auswahl auch mehr zu bezahlen - obwohl auch die Drogerien auf günstige Eigenmarken setzen. 

Neue Nischen für Netto und Penny

Doch kampflos werden Aldi, Lidl und Co. das Feld nicht räumen. Die beiden größten Discounter entwickeln sich zunehmend zum Vollsortiment-Supermarkt, mit mehr Kundenservice, aufwendiger TV-Werbung, hochwertiger Ausstattung  - und nehmen neue Kunden ins Visier. Erst kürzlich ist Aldi ins Musikstreaminggeschäft eingestiegen und bietet mit "aldilino" eine neue Kindermarke, um Familien wieder stärker an sich zu binden.

Die anderen Discounter setzen auf andere Strategien. So versuchen Penny und Netto eine Nische in der  Discounter-Welt zu besetzen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Wo Aldi und Lidl große Marktflächen und Einzugsgebiete benötigen, wollen Penny und Netto kleine Läden - aber dafür wohnortnah

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