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Stiftung Warentest warnt vor Fake-Filmen bei Amazon

Über Drittanbieter können Kunden bei Amazon die neuesten Filme als Stream buchen. Doch Stiftung Warentest warnt: Hinter manchen Angeboten verstecken sich teure Abos - und Filme können die Kunden nicht sehen.

Amazon: Fake-Filme zum Streamen

Stiftung Warentest warnt vor Fake-Film-Angeboten bei Amazon.

Wer bei die neuesten Filme sehen will, muss zahlen - da hilft auch die "Amazon Prime"-Mitgliedschaft wenig. Doch immerhin bekommen Kunden dort neueste Blockbuster zum Leihen und Kaufen. 

Wenn Drittanbieter Filme wie "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" in höchster Auflösung und auch noch gratis anbieten, sollten Kunden aber misstrauisch werden. Die Stiftung Warentest hat sich die Masche solche Drittanbieter angesehen - und warnt Kunden eindringlich vor den Angeboten.

Via Amazon fanden die Warentester einige der aktuellsten Blockbuster. Bei dem Fantasiefilm aus der Feder der "Harry-Potter"-Autorin J.K Rowling und beim südkoreanischen Horrorfilm "The Wailing" schauten die Tester genauer nach.

Gratis-App entpuppt sich als Datenkrake

Zunächst mussten sie sich die App "Amazon Underground" besorgen. Diese App ist eine Art alternativer App-Store für Android und Fire-Geräte - denn dort bekommen Verbraucher kostenpflichtige Apps tatsächlich kostenlos. Allerdings steht die App als Datenkrake in der Kritik. 

Die Warentester installierten die App, loggten sich bei Amazon ein und suchten nach den Filmen. Beim Film "Phantastische Tierwesen" fanden sie eine App, die genauso hieß wie der Film. Die gute Nachricht: Schadsoftware wurde durch diese App nicht installiert. Dafür wurden die Tester auf die wenig vertrauenserweckende Seite "vkstreamingfilms.xyz" weitergeleitet. Dort ist die Reise der Tester durch Seiten und Portale noch nicht zu Ende. Denn bislang können die Tester den Film nicht anschauen. Statt dessen sollen sie sich anmelden - und werden wieder weitergeleitet. Und landen mal bei peltmedia.com und mal bei geeker.com.

Verstecktes Abo-Modell 

Dort sollen Kreditkartendaten eingegeben werden, denn den Kunden soll ein Abo verkauft werden: Fünf Tage gratis, danach 28 Euro im Monat. Am Ende bekommen die Warentester den aktuellen Blockbuster natürlich nicht zu sehen. Lediglich ein paar Spiele werden angeboten. Das Abo kündigen sie - die Daten aber hat der Amazon-Drittanbieter abgegriffen.

Inzwischen sind die geprüften Angebote verschwunden. Allerdings ist es nicht die erste Kundenabzocke, die die Stiftung Warentest auf Amazon anprangert. Bereits im November 2016 bestellten die Warentester allerelei Technik bei Drittanbietern. Die Preise waren unfassbar günstig. Und natürlich erhielten die Tester nie ihre Ware. 

Amazon reagiert

Die Stiftung Warentest konfrontierte Amazon mit den Recherchen zu den unseriösen Film-Portalen. "Bei Amazon haben wir uns verpflichtet, Kunden das best­mögliche Einkaufs­erlebnis zu bieten", so das Unternehmen zu Stiftung Warentest. "Wir verfügen über Prozesse, mithilfe derer wir Verstöße identifizieren und die Entfernung der entsprechenden Produkte veranlassen. Die hier betroffenen Produkte sind nicht weiter verfügbar." Gefälschte Produkte waren in der Vergangenheit immer wieder ein Problem bei Amazon - zum großen Ärger der Kunden. "Gefälschte Produkte werden von Amazon nicht toleriert. Kunden von Amazon vertrauen darauf, dass sie ausschließlich Produkte erwerben, die auch tatsächlich vom jeweiligen Markenhersteller stammen – egal ob der Verkauf direkt über Amazon erfolgt oder über einen der Millionen Drittanbieter", teilt Amazon dem stern mit. Wie genau Amazon Fake-Angebote aufspürt, will der Konzern auf stern-Anfrage nicht sagen. Bei Verstößen gegen die Amazon-Regeln werden Angebote gelöscht. 

So schützen sich Verbaucher

Doch offenbar stimmt das nicht ganz, denn einige Stichproben-Links waren auch nach der Antwort von Amazon weiterhin online. Kunden sollten bei Gratis-Angeboten von Blockbustern immer Vorsicht walten lassen. Die Stiftung Warentest appelliert an den gesunden Menschenverstand: "Es ist sehr unwahr­scheinlich, dass ein Anbieter, der – anders als etablierte Film­verleihe und Online­video­theken – keinen Namen in der Film­industrie hat, die Rechte besitzt, um einen Film zu zeigen, der aktuell noch im Kino läuft oder erst in einigen Wochen startet." Laufen die Filme noch im Kino, ist das ein klares Zeichen, dass es sich um keine legale Veröffentlichung handeln kann. Auch Gratis-Angebote sollten Verbraucher vorsichtig werden lassen.


kg

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