"Kassen verheimlichen Versicherten Einsparungen"

5. Februar 2010, 08:29 Uhr

Wären die umstrittenen Zusatzbeiträge vermeidbar? Der Apothekerverband sieht es so. Der konkrete Vorwurf: Durch Arznei-Rabattverträge würden Milliardensummen eingespart, die aber nicht zur Entlastung der Versicherten eingesetzt würden.

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Geben die Kassen Einsparungen nicht an Versicherte weiter? Das behauptet der Apothekerverband©

Im Streit um die Zusatzbeiträge haben die Apotheker den gesetzlichen Krankenkassen eine Verschleierung ihrer Finanzlage vorgeworfen. Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker, kritisierte in der "Bild"-Zeitung, die Krankenkassen würden Einsparungen durch Arzneimittel-Rabattverträge nicht an die Versicherten weitergeben. "Die Kassen verheimlichen ihren Versicherten eine Milliarden-Einsparung", sagte Becker. Mit dem Geld könnten Millionen Versicherte entlastet werden, die jetzt von Zusatzbeiträgen bedroht seien.

Nach Schätzungen des DAV sparen die Krankenkassen über Rabattverträge jährlich deutlich mehr als eine Milliarde Euro ein. Becker äußerte die Befürchtung, mit diesem Geld würden "steigende Verwaltungsausgaben gegenfinanziert". Der Verbandschef forderte die Krankenkassen zu mehr Transparenz auf.

Auch der Kieler Gesundheitsökonom und Leiter des Instituts für Mikrodatenanalyse, Thomas Drabinski, befürchtet, dass viele gesetzlich Versicherte zu hohe Zusatzbeiträge bezahlen. "Die Zusatzbeiträge könnten deutlich niedriger ausfallen, wenn die Kassen ihre Finanzsituation offenlegen", sagte Drabinski der "Bild". So sei beispielsweise unklar, welche Kassen zu viel Geld aus dem Gesundheitsfonds erhielten. Dieses Geld könnte stattdessen an Kassen mit einem Defizit ausgezahlt werden, so dass angekündigte Zusatzbeiträge geringer ausfallen könnten. Eine Sprecherin der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) wies die Vorwürfe zurück. "Durch die Rabattverträge sparen die Versicherten Geld bei Arzneien und müssen bei vielen Medikamenten weniger dazubezahlen", sagte sie der Zeitung.

Kassen weisen Vorwürfe zurück

Die gesetzlichen Krankenkassen haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Ohne die Einsparungen durch die Rabattverträge hätten viele Krankenkassen vermutlich bereits im vergangenen Jahr Zusatzbeiträge erheben müssen, erklärte die stellvertretende Sprecherin des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Ann Marini in Berlin.

Marini mochte auch den Vorwurf steigender Verwaltungskosten nicht gelten lassen. Das Gegenteil sei der Fall. Die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen lägen "bei lediglich fünf Prozent und sind im Vergleich zu den Vorjahren prozentual sogar leicht gesunken", hob sie hervor. Mit Blick auf die von mehreren Kassen angekündigten Zusatzbeiträge sagte Marini, keine Krankenkasse erhebe gerne Zusatzbeiträge. Vielmehr unternähmen sie alles, um solche Beiträge durch interne Rationalisierung, effizientere Verträge, das Auflösen von Rücklagen oder durch Fusionen zu verhindern. Da der Gesundheitsfonds jedoch mit vier Milliarden Euro unterfinanziert sei, seien Zusatzbeiträge "die logische Konsequenz".

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KOMMENTARE (10 von 11)
 
Corazito3333 (06.02.2010, 11:16 Uhr)
Die Kasse spart, aber leider falsch!!!!
Nur am Rande, Fuß gebrochen - der Vacoped-Schuh den mir "aufgezwungen" hat und die Krücken hat mir die Krankenkasse "gekauft" für`s nächste Mal???? Mir hätte es leihweise genügt, das geht aber nicht, also dafür bezahle ich Eintrittsgelder im Krankenhaus, für den Notarzt, für die Ärzte und für den Aufenthalt. Dafür haben wir diese teuren Verwaltungen????
peepe03 (06.02.2010, 03:15 Uhr)
liebe links ihr hat ein neues mitglied !
cdu ade! chaos , dreppmierent , unsozial ! möchte gerne der links partei beitreten ! bitte email an peepe03@live.de ! ich will keine ddr, aber gerechtigkeit in diesen staat ! diese regierung wird eine plamage für das desche vdlk sein ! wir kommen nie wieder aus diesen schulden raus ! liebe frau merkel , ihr fernsehauftritt war sehr dürftig ! nur ein lächeln kam bei dem wort mutti in der partei , da ist mir meine mutti 1000 lieber ! also demnächst wähle ich links partei ! peter aus taucha und damit ihr nicht denkt ich kneife , alles dazu : 04425 taucha , portitzer str.01 , telef.: 01749307884 ! nrw erwache , laßt euch nichts mehr vorgeigeln von dieser regierung ! alles utopie !
peepe03 (06.02.2010, 01:48 Uhr)
krankenkassen
seit 20 jahren nicht mehr zum arzt gegangen , und kein cent zurück bekommen ! helga hahnemann hat es in ihren lied beschrieben , wo ist mein geld bloß geblieben ! ich hoffe doch als leipziger den damals die gek , jetzt barmer gek ich ihrer überzeugung beigetreten bin ihr wort hält ! auch die barmer gek wird sich anschließen ,da bin ich mir sicher ! deutschland hat gewählt , jetzt habt ihr euere rechnung ! über ddr gelacht , jetzt besser nachgedacht ! peter der mann mit dem abschluss 10.klasse in der ddr ! und trotzdem nicht doof geboren ! euer peter !
kralli19 (05.02.2010, 19:03 Uhr)
@ earlybird
Danke, das werde ich beherzigen.
Bei mir ist Schluß mit lustig !
earlybird (05.02.2010, 16:55 Uhr)
Ziviler Ungehorsam .................
.........könnte wie folgt aussehen (analog zu "Notopfer Krankenhaus"):

Nicht zahlen. 1., 2. und letzte Mahnung abwarten. Dann aber zahlen. Weniger als die Hälfte. Für den Rest zinsfreie Ratenzahlung anbieten und bei Ablehnung fristgerecht Widerspruch schicken. Reklamieren, wenn keine Rückmeldung kommt. Zahlendreher in der Vers.Nr. nicht vergessen !

Im Endeffekt müssen wahrscheinlich doch viele zahlen. Aber vermutlich nicht alle, weil die Kassen den Verwaltungsaufwand nicht stemmen können und die Sachbearbeiter irgendwann reif für die Insel sind.
ganzbaf (05.02.2010, 12:59 Uhr)
Steigende Verwaltungsausgaben...??

Pfft.
Vereinheitlicht- und verstaatlicht endlich die Krankenkassen!
Und alle müssen einzahlen und überall kann gespart werden!
TopTen (05.02.2010, 11:42 Uhr)
... toller Vorschlag Herr Becker!
Diese Rechnung muss mir nochmal jemand erläutern! Die Kassen haben defacto ein Milliardendefizit und sollen Einsparungen aus Rabatten (die in dem Defizit ja schon berücksichtigt sind!) an die Versicherten weitergeben??? - - - Wie soll das bitte grundsätzlich gehen??? - - - Hätten die Kassen die Einsparungen weitergegeben, hätten wir nur ein Ergebnis gehabt: ein größeres Defizit! - - - Ein Gewinn ensteht ja nun erst nach Abzug aller Kosten! Und Ausgaben für Medikamente, ob mit Rabatt oder ohne, bleiben Kosten!

@ undjetztnochder: mit ihrem Vorschlägen könnte man anfangen und viel bewegen! bin ganz auf ihrer Linie!
einewelt (05.02.2010, 11:14 Uhr)
interview sawicki
Unbedingt lesenswert in diesem Zusammenhang das Interview mit Herrn Sawicki bei der FR-online.
undjetztnochder (05.02.2010, 10:43 Uhr)
Gesundheitsfond = Missgeburt
So nach und nach entpuppt sich der sogenannte Gesundheitsfond als genau die Missgeburt, die viele Experten vorhergesehen hatten. Es wird Zeit, dass die gesamte Finanzierung des Gesundheitssystem auf eine solide Grundlage gestellt wird.

Herr Rösler, machen Sie bitte Ihre Arbeit und schaffen Sie diesen unseeligen Fond ab, reduzieren Sie die Anzahl der Krankenkassen, führen Sie per Gesetz strikte Begrenzungen der Verwaltungsausgaben der Krankenkassen ein, regulieren Sie die Ausgaben für Arzneimittel, senken Sie die MwSt für Medikamente und nehmen Sie alle versicherungsfremden Leistungen aus dem System! Wir alle würden Sie dafür vergöttern.
simbadische (05.02.2010, 10:08 Uhr)
Das kann doch nicht sein -
- gibt es eigentliche keine Aufsicht über die Kassen ?
Müßte das Gesundheitsministerium nicht eigentlich die "Bücher" kontrollieren ? Jeder kleine Betrieb muß seine Bilanzen offenlegen - und die Krankenkassen können schalten und walten wie sie wollen ? Das darf doch wohl nicht angehen !

Der Sumpf, der uns alle zu verschlingen droht, wird immer tiefer und tiefer . . .
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