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Minijobs auf dem Smartphone - so lässt sich online Geld verdienen

Ein Handyfoto für zwei, die Klausurzusammenfassung für 7,50 Euro - verschiedene Apps und Webseiten bieten kreative Möglichkeiten, online ein bisschen dazuzuverdienen. Das klappt zwar noch nicht immer, hat aber Potential.

Von Alica Müller

Screenshot aus der App Streetspotr: Jobangebote auf dem Stadtplan von Hamburg

Die App "Streetspotr" zeigt Mikrojobs in der Umgebung an. Zwei Euro gibt es zum Beispiel dafür, die Adressdaten eines Kiosks zu überprüfen.

Wenn man sich im Internet ohne viel Aufwand ein paar Euro dazuverdienen wollte, konnte man das früher fast ausschließlich mit Onlineumfragen. Zwanzig Minuten lang klickte man sich durch oft unübersichtliche Fragebögen, dachte sich "Wen zur Hölle interessiert sowas?" und wurde am Ende mit einem Wertgutschein über zwei Euro belohnt.

Heute gibt es immer mehr Seiten, mit denen man auf wesentlich unterhaltsamere Art und Weise vom Laptop oder Smartphone aus zwischendurch ein bisschen Geld machen kann.

Reich wird man damit fast nie, ein Eis oder auch ein Abendessen kann man sich durchaus aber mal online verdienen -  mit Handyfotos, Onlinekursen oder Testkäufen zum Beispiel. Das Problem: In Deutschland sind die Angebote oft noch nicht weit genug verbreitet. Manche von ihnen bieten aber das Potential, sich durchzusetzen- eine Übersicht:

AppJobber

Für Handyfotos bezahlt werden – das hört sich erstmal klasse an. Die App "AppJobber" vermittelt sogenannte Mikrojobs. Nach einer unkomplizierten Registrierung bekommt man angezeigt, welche Jobs gerade in der Nähe verfügbar sind. In Hamburg sind das an einem Dienstagnachmittag 13 Stück, wobei in der Innenstadt wenig los ist. Die meisten der Jobs sind aber kaum lohnenswert: Für einen Euro soll man zum Beispiel eine Straßenecke oder Baustellenschilder fotografieren und einschicken. Dabei geben die Auftraggeber oft nicht mal die genaue Adresse an, man soll die Straße ablaufen. Das lohnt sich nur, wenn der Auftrag zufällig auf dem Weg liegt oder man Lust auf einen Spaziergang hat. Besser hören sich da schon Jobs wie der Zigaretten-Testkauf für 7,50 Euro an.

Im Appstore sind die Bewertungen durchmischt. Viele Nutzer beklagen, Jobs nicht angerechnet bekommen zu haben, da die Anwendung immer wieder abstürze, bevor sie ihre Fotos hochladen könnten. Außerdem fressen die Karte und der Foto-Upload relativ viel Datenvolumen.

Fazit: Wenn es sich ergibt und alles klappt, bietet AppJobber eine nette Beschäftigung, bei der man ein bisschen verdienen kann. Reich wird man hier aber nicht, die Bezahlung ist teilweise ungerechtfertigt gering.

Streetspotr

1,5 Millionen Jobs wurden laut den Betreibern schon mit der App "Streetspotr" erledigt. Das Prinzip ist das gleiche wie bei AppJobber. Bevor es losgeht, muss man alle möglichen Daten im "Test-Spot" angeben, unter anderem soll man auch ein Foto von sich machen und hochladen. Danach heißt es erstmal: Warten, die Daten werden geprüft. Nach ein paar Minuten kann man loslegen und bekommt in Hamburg wesentlich mehr Jobs angezeigt als bei AppJobber. Dafür gibt es hier aber auch ehrenamtliche Aufgaben und Fotoaufträge, für die man kein Geld bekommt, sondern "StreetPoints" in der App sammeln kann.

Die Benutzer berichten von ähnlichen technischen Problemen wie bei AppJobber. Außerdem gibt es bei beiden Apps dasselbe Problem: Kommt man aus der Stadt, sind die Apps zu bekannt und alle Jobs schnell vergeben. Wohnt man auf dem Land, wird die App von Auftraggebern kaum genutzt und man findet nichts.

Fazit: Ähnlich wie bei AppJobber. Hier kann man eher etwas gegen Langeweile tun, statt wirklich Geld zu verdienen.

Fotolia Instant

Als eine Bildagentur für Smartphone-Fotografen fungiert die "Instant"-App der Agentur Fotolia. Hier kann sich jeder registrieren und versuchen, seine Schnappschüsse zu Geld zu machen.

Vor dem Upload wird eine Warnung angezeigt, wie sie ruhig öfter im Internet stehen könnte: Fotos von Haustieren, Essen oder Blumen werden höchstwahrscheinlich nicht erfolgreich sein. Stattdessen sind Fotos "mitten aus dem Leben" gefragt, auch sollten sie nicht zu sehr bearbeitet sein. Einmal hochgeladen, wir das Foto dann von Bildredakteuren geprüft und gegebenenfalls in den Verkauf aufgenommen. Wie viel der Fotograf vom Erlös bekommt, hängt davon ab, wie erfolgreich er in dem Portal bisher war. Die minimal garantierten Beträge pro Foto rangieren zwischen 25 und 40 Cent.

Fazit: Eine schöne Idee für Hobbyfotografen, allerdings mit hohem Frust-Faktor: Im App-Store gibt es viele negative Bewertungen von Nutzern, deren Bilder abgelehnt wurden. 

Stuvia

Ein paar Wochen vor den Klausuren beginnen die meisten Studenten damit, fieberhaft Zusammenfassungen und Karteikarten zu schreiben. Danach wird alles auswendig gelernt und verstaubt nach der Klausur oft im Keller oder auf der Festplatte. Die Website "Stuvia" will solchen Dokumenten aus der Verbannung helfen und bietet eine Plattform, auf der Studenten ihre Uni-Dokumente zu einem beliebigen Preis verkaufen können. Zusammenfassungen kosten meist um die 2,50 Euro, Probeklausuren und Referate sind teurer. Vom Erlös behält Stuvia 30 Prozent ein. Mit 83 Cent Transaktionsgebühr bleiben von 2,50 Euro also noch genau 92 Cent übrig.

Der Haken an der Sache: In Deutschland wird die Seite, die Studenten aus Amsterdam aufgebaut haben, noch kaum genutzt. Spitzenreiter ist die Uni in Bochum mit 42 Uploads, von denen aber auch nur ein Bruchteil verkauft wurde. In den Niederlanden dagegen gibt es angeblich Nutzer, die sich mit Erlösen in Höhe von mehreren Tausend Euros ihr Studium finanzieren. In Belgien ist die App an einigen Unis schon verboten worden.

Fazit: Einen Versuch ist es wert, vielleicht wird die Seite ja bald beliebter. Für Studenten wäre das eine praktische Möglichkeit, mit ihren Zusammenfassungen nicht nur die Klausur zu bestehen, sondern nebenher auch etwas zu verdienen.

udemy

Ob Programmieren, Fotografie, Yoga oder eine Einführung in die Hypnose: Auf der amerikanischen Website "udemy" kann man in mehr als 30 000 Onlinekursen alles mögliche lernen.

Momentan suchte die Website aktiv nach neuen Dozenten, die Kurse auf Deutsch anbieten. Den Preis darf man selbst festlegen, empfohlen werden zwischen zehn und 30 US-Dollar pro Stunde produziertem Video-Inhalt. Wirbt man die Nutzer dafür selbst an, darf man den Erlös fast komplett behalten. Kommen die Netz-Schüler allerdings über udemy zun angebotenen Kurs, gehen 50 Prozent an die Website.

Fazit: Wer etwas drauf hat, kann sich hier auch ohne besondere Ausbildung im Unterrichten versuchen. Der Aufwand dafür ist relativ hoch, spricht sich ein Kurs aber rum, kann auch schnell einiges zusammenkommen.

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