Mitten in der europäischen Wirtschaftskrise legt Deutschland einen Beschäftigungsrekord hin. Doch was wird 2013 aus dem Jobwunder? Experten sind optimistisch, dass der Arbeitsmarkt der Krise trotzt. Von Daniel Bakir
Ganz Europa ächzt unter der Schuldenkrise. Ganz Europa? Nein. Während in Griechenland, Spanien oder Portugal die Menschen auf die Straße gehen, feiert Deutschland einen Beschäftigungsrekord. 41,5 Millionen Erwerbstätige - nie zuvor waren so viele Menschen hierzulande in Lohn und Brot. Am Donnerstag verkündete die Bundesagentur für Arbeit für das Gesamtjahr 2012 die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit 21 Jahren. Weniger als 2,9 Millionen Arbeitslose - das hat es zuletzt im Wiedervereinigungsboom 1991 gegeben. Auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger sank auf den niedrigsten Stand seit Einführung 2005.
Allerdings: Die dunklen europäischen Wolken erreichten zuletzt auch die deutschen Grenzen. Die schwächere Konjunktur machte sich in der zweiten Jahreshälfte immer stärker auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Winter ist zwar grundsätzlich normal. Im vergangenen Jahr war er aber nicht so stark ausgefallen. Im Dezember lag die Zahl der Arbeitslosen um 60.000 höher als vor einem Jahr. "Im ersten Halbjahr ist es unerwartet gut gelaufen. Im zweiten Halbjahr unerwartet schlecht", resümierte der Chef der Arbeitsagentur, Frank-Jürgen Weise, bei der Vorstellung der Bilanz in Nürnberg.
Wie geht es also weiter? Ist das Ende des deutschen Jobwunders schon erreicht oder wird auch 2013 ein gutes Job-Jahr? Die wichtigsten Fragen und Antworten.