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Toyotas Absatz in China bricht ein

Der Streit zwischen China und Japan um eine unbewohnte Inselgruppe hat massive Auswirkungen auf die japanische Automobilindustrie. Nutznießer sind sind vor allem deutsche Hersteller.

Der japanische Autohersteller Toyota muss für den Inselstreit seines Landes mit China bitter büßen. Im September liefen dem Unternehmen in der Volksrepublik in Scharen die Käufer weg - Nutznießer waren ausländische Konkurrenten wie BMW und Hyundai. Ein hochrangigen Toyota-Manager sprach gegenüber der Agentur Reuters von einem Absatzeinbruch von um 40 Prozent. Demnach wurden im September 50.000 Fahrzeuge verkauft. Die japanische Zeitung "Yomiuri" berichtete am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise, der Absatz hätte sich gar halbiert. Im August konnte Toyota noch 75.000 Fahrzeuge in China verkaufen.

Ein Sprecher von Toyota wollte den Bericht nicht bestätigen und verwies auf kommenden Dienstag, wenn das Unternehmen die Zahlen für China veröffentlichen werde. Toyota besitzt 26 Werke in China. Im Vorjahr konnte Toyota 900.000 Autos in China absetzen. Dieses Jahr waren eine Million verkaufte Fahrzeuge angepeilt

Auch andere japanische Autobauer bekommen die anti-japanischen Ressentiments zu spüren. Aus dem Nissan-Konzern verlautete, die Auslieferungen nach China dürften ebenfalls merklich beeinträchtigt worden sein. Mazda hatte bereits am Donnerstag von einem Rückgang von mehr als einem Drittel gesprochen. Viele japanische Firmen haben, wegen des Streits um eine kleine Inselgruppe vor der Küste Taiwans, bereits ihre Fabriken in China geschlossen.

Fahren in japanischen Autos gilt als Risiko

Für die Rivalen aus anderen Ländern bedeutet dies einen unerwarteten Geschäftssegen. Die südkoreanische Hyundai steigerte die Verkäufe in China im vergangenen Monat um 15 Prozent auf 84.188 Wagen. Vorgelegt hatten bereits die deutschen Oberklasseproduzenten BMW (plus 55 Prozent), die VW -Tochter Audi (20 Prozent) und Mercedes-Benz (zehn Prozent).

Japan und China streiten sich um eine unbewohnte Inselgruppe nordöstlich von Taiwan. Die umliegenden Gewässer sind reich an Fischen, zudem werden in der Region umfangreiche Erdgasvorkommen vermutet. Der Konflikt hat sich zuletzt zugespitzt, nachdem die japanische Regierung trotz scharfer Warnungen aus Peking einen Teil der Inselgruppe einem privaten, japanischen Besitzer abkaufte. In China kam es zu tagelangen Protesten und Übergriffen auf japanische Einrichtungen. Außer den Autobauern sind auch andere Branchen betroffen. Entsprechende Klagen kamen etwa vom Autochip-Hersteller Rohm und der Fluggesellschaft All Nippon Airways.

Der chinesische Automarkt ist der größte der Welt und wächst - wenngleich verlangsamt - immer noch vergleichsweise kräftig. Für die exportlastigen japanischen Anbieter ist er daher besonders wichtig. Japanfeindliche Stimmungen sind in der Volksrepublik nichts Ungewöhnliches, sie wallen regelmäßig auf. Dauerhafte Absatzeinbußen hatten sie bislang nicht zur Folge. Die Frage ist, ob das so bleibt. Der Eigner einer großen Autohändler-Kette in China sagte: "Dieses Mal fühlt es sich etwas anders an." Unter den Chinesen breite sich die Ansicht aus, dass die Fahrt in einem japanischen Wagen nicht nur das falsche Signal, sondern auch riskant sei.

ono/Reuters/AFP/DPA/DPA/Reuters
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