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Stuttgart 21 braucht ein "Wunder"

Ganze 49 Züge in einer Stunde soll er abfertigen, der neue Tiefbahnhof Stuttgart 21. Die Bahn versucht, diese Leistungsfähigkeit ihres Großprojektes im Stresstest zu belegen. Laut einer Studie, die dem stern vorliegt, ein unrealistisches Ziel.

Der Deutschen Bahn drohen beim umstrittenen Großprojekt Stuttgart 21 neue Probleme. Eine Studie, die dem stern vorliegt, kommt zu dem Schluss, dass der Bahnhof einen "Rückbau der Infrastruktur" bedeute. Das Ziel der Bahn, in dem geplanten Tiefbahnhof 49 Züge in einer Stunde abzufertigen, sei unrealistisch.

Die Zahl war ein Ergebnis der Schlichtungsverhandlungen. Ein Stresstest soll den Nachweis erbringen, dass die Bahn in Stuttgart diese hohe Anzahl an Zügen abfertigen kann. Um das zu schaffen, so ein Ergebnis der Studie der Schweizer Fachzeitschrift "Eisenbahn-Revue International", müsste Stuttgart 21 im Schnitt pro Gleis rund 50 Prozent mehr Züge abfertigen, als heute maximal von deutschen Bahnhöfen geleistet wird. Wenn S 21 den Stresstest bestehen sollte, wäre das ein Wunder, bilanziert Autor Christoph M. Engelhardt.

Diskutiert wird in Stuttgart aber nicht nur über die Leistungsfähigkeit des neuen Bahnhofs, sondern auch über die Kosten des von Bahnchef Rüdiger Grube verhängten derzeitigen Baustopps. Nach einer bahninternen Risikoanalyse addieren sich die Kosten eines möglichen Baustopps bis September auf 149 Millionen Euro. Außerdem verzögere sich damit der Abschluss des Projekts um ein Jahr auf Ende 2020.

Dabei sind die Mehrkosten ohnehin schon beträchtlich. Eine Bestandsaufnahme der Bahn, die der stern Anfang April veröffentlicht hatte, listet 121 Risiken auf und hält Mehrkosten von mehr als 1,264 Milliarden Euro für möglich. Womöglich fällt der Betrag noch höher aus. Das belegt eine Gesprächsnotiz, die dem stern vorliegt. Danach gab es eine Anweisung, in der Bestandsaufnahme nicht alle Risiken konkret zu bewerten. So wurden 73 Posten nicht beziffert. Der Grund dafür: Es solle "derzeit keine vom Gesamwertumfang abweichende Vorschau (4,088 Milliarden) aufgezeigt werden".

ben/al
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