27. Juni 2012, 17:29 Uhr

Eurozone will Zypern Milliardenhilfen gewähren

Die Eurogruppe stellt Zypern Notkredite in Milliardenhöhe in Aussicht. Ebenso wie Spanien soll Nikosia Gelder aus dem Rettungsfonds erhalten. Profitieren sollen davon nicht nur die maroden Banken.

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Wie der Inselstaat insgesamt, kann die Bank of Cyprus auf Finanzhilfen aus der Eurozone hoffen©

Die Eurozone hat sich grundsätzlich zur Finanzhilfe für Zypern bereiterklärt. "Die Eurogruppe begrüßt den Antrag der zyprischen Regierung auf Finanzhilfe der Eurozonen-Mitgliedsländer", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme. Eine Summe wird in der nach einer Telefonkonferenz veröffentlichten Erklärung nicht genannt. Die Eurogruppe begrüßte in einer zweiten Mitteilung auch den offiziellen Hilfsantrag Spaniens.

Aus der Erklärung zu Zypern geht hervor, dass das Land wie etwa Griechenland ein umfassendes Hilfsprogramm bekommen soll, und nicht nur wie Spanien Unterstützung für seinen Bankensektor. Ein Hilfsprogramm sei angesichts der Probleme des Bankensektors und wirtschaftlicher Ungleichgewichte des Landes angemessen und werde "vorteilhaft" geprüft, teilten die Minister mit.

Die Eurogruppe begrüßte zudem, dass Zypern auch den Internationalen Währungsfonds (IWF) um finanzielle Hilfe gebeten habe. Der IWF bestätigte in Washington die Anfrage. Die Eurogruppe forderte die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und den IWF auf, gemeinsam mit der Regierung Zyperns ein Anpassungsprogramm auszuarbeiten und den Finanzbedarf der Mittelmeerinsel festzulegen. Ein Diplomat hatte den Bedarf kürzlich auf bis zu zehn Milliarden Euro beziffert.

Geld kommt zunächst vom EFSF

Zypern ist das fünfte Euro-Land, das Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds in Anspruch nehmen muss. Ebenso wie Spanien hatte Zypern den Antrag auf Finanzhilfe am Montag offiziell eingereicht. "Die Minister begrüßen den Antrag der spanischen Regierung auf Finanzhilfe der Eurozonen-Mitgliedsländer", teilte die Eurogruppe mit. Eine Prüfung von EU-Kommission, EZB, IWF und Europäischer Bankenaufsicht (EBA) habe ergeben, dass die Bedingungen für eine finanzielle Unterstützung zur Rekapitalisierung von Finanzinstitutionen erfüllt seien.

In der vergangenen Woche hatte Madrid den Bedarf der angeschlagenen spanischen Banken auf bis zu 62 Milliarden Euro beziffert. Die Euroländer hatten Spanien bereits zuvor eine Unterstützung von bis zu hundert Milliarden Euro zugesagt. Inklusive eines Sicherheitspuffers werde der Bedarf deutlich innerhalb dieses Finanzrahmens bleiben, hieß es in der Erklärung. Die genaue Höhe der Hilfen müsse jedoch noch ermittelt werden. Das Geld kann demnach zunächst aus dem bisherigen Euro-Rettungsfonds EFSF kommen, bis der ständige Dauerfonds ESM einsatzbereit ist.

mlr/AFP
 
 
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