Magere Ernte bei Spargel und Erdbeeren

3. Juni 2013, 15:14 Uhr

Das regnerische Wetter macht auch den Bauern zu schaffen. Sie können nicht auf ihre überfluteten Felder, Erdbeeren und Spargel wachsen nur langsam. Doch nicht für alle Pflanzen ist der Regen schlecht.

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Eine Spargelspitze bricht aus der Erde©

Der kühle und regnerische Mai hat bei vielen Landwirten für finanzielle Einbußen und dürftige Ernten gesorgt. "Vor allen Dingen unsere Obst- und Gemüsebauern, die jetzt mitten in der Ernte stehen, die Spargelbauern, die Erdbeerbauern, die haben erhebliche Verluste", sagte Sprecher Michael Lohse vom Deutschen Bauernverband am Montag der Nachrichtenagentur dpa. "Hier ist es zu kühl und die Sonne fehlt, so dass der Spargel nicht wächst und die Erdbeeren nicht rot werden."

Für viele Landwirte bedeute das schlechte Wetter weniger Umsatz. "Die, die jetzt ernten müssen, die Erdbeer- und Spargelbauern, die haben natürlich finanzielle Einbußen", sagte Lohse. Daneben litten auch Pflanzen wie Kartoffeln und Mais unter dem Wetter. "Das sind wasserempfindliche Kulturen, da sehen die Bestände sehr schlecht aus und wir müssen abwarten, wie die Ernte ausfällt." Frühkartoffeln entwickelten sich nicht richtig, faulten teilweise sogar im Boden. "Kartoffeln aus heimischer Produktion sind derzeit Mangelware."

Ein großes Problem sei, dass viele Felder unter Wasser stünden und deshalb nicht richtig bearbeitet werden könnten, erläuterte Lohse. "Man kann die Pflanzenbestände nicht pflegen, nicht hegen. Man müsste düngen, man müsste Pflanzenschutzmaßnahmen machen, das ist nicht möglich, die Flächen sind nicht befahrbar."

Mit diesen Schwierigkeiten kämpfen auch die Landwirte in Niedersachsen. "Das Wasser steht noch überall", sagte die Sprecherin des Landvolks, Gabi von der Brelie. Die Bauern würden die Folgen des Hochwassers noch eine Weile zu spüren bekommen, die Schäden ließen sich aber noch nicht beziffern. "Problematisch ist, dass das Hochwasser zu einer Zeit kam, wo die Vegetation voll da ist und es viel Schaden anrichten kann", sagte von der Brelie.

Auch Baden-Württembergs Bauern machen die patschnassen und zum Teil überfluteten Böden zu schaffen, sagte Bauernverbandssprecher Heiner Krehl. "Das Grünfutter kann nicht eingefahren werden. Davon sind viele Betriebe betroffen." Sie müssten Trockenfutter oder Kraftfutter zukaufen. Das gehe ins Geld. Bei Spargel und Erdbeeren sei die Ernte bislang wegen der Kälte "sehr dürftig".

Trotzdem müssten sich Verbraucher keine Sorgen machen, bestimmte Obst- oder Gemüsesorten in den Läden nicht zu finden, betonte Lohse. "Wir haben ja weltoffene Märkte, und Sie werden immer aus irgendwelchen Regionen die Produkte bekommen." Eine direkte Folge seien aber höhere Preise für die betroffenen Produkte wie Spargel.

Europas größter Agrarhandelskonzern BayWa erwartet keine gravierenden Ernteausfälle oder Preisanstiege. Ob dies so bleibe, sei allerdings witterungsabhängig, sagte eine Unternehmenssprecherin. Trete eine Wetterbesserung ein, dann dürfte der Wachstumsrückstand beim Mais wieder aufgeholt werden. Ähnlich sei es bei den Erdbeeren, denen das verregnete Frühjahr am stärksten zugesetzt habe. Bei Äpfeln rechnet die BayWa ebenfalls mit einer durchschnittlichen Ernte.

Während Erdbeeren, Spargel oder Kartoffeln unter dem Regen leiden, profitieren andere Pflanzen nach Angaben von Lohse sogar davon. "Das Getreide, das momentan im Wachstum ist, dem nutzen diese Niederschläge."

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sagte den betroffenen Bauern unterdessen Hilfe zu. "Die Situation ist besorgniserregend. Die heftigen Regenfälle und das Hochwasser haben viele Landwirte und ihre Familien in eine schwierige Lage gebracht", sagte Aigner.

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