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Das sind die schlimmsten Datenkraken des Jahres

Von schnüffelnden Fernsehern bis zu Spionen im Auto: Verbraucherschützer haben die Unternehmen mit der größten Datengier mit Negativpreisen ausgezeichnet. Auch die Kanzlerin bekommt einen Pokal.

Von Daniel Bakir

  Die Big Brother Awards sind die Negativ-Oscars für Datenkraken

Die Big Brother Awards sind die Negativ-Oscars für Datenkraken

Datenschutz und Privatsphäre - ist das überhaupt noch etwas wert? Seit Jahren kämpft eine Gruppe von Datenschützern gegen Missbrauch auf diesem Gebiet. Mit den Big Brother Awards sollen Unternehmen und Institutionen gebrandmarkt werden, die die Bürgerrechte mit Füßen treten. 2013 erhielten unter anderem Google, Apple und der Rundfunk-Beitragsservice die wenig schmeichelhafte Auszeichnung.

In diesem Jahr kann sich Angela Merkel den Schmähpreis ins Büro stellen. Ihr Bundeskanzleramt erhält die Auszeichnung für seine zweifelhafte Rolle in der NSA-Affäre. Die dem Kanzleramt unterstellten Nachrichtendienste hätten deutsche Bürger nicht vor massenhafter Ausforschung durch die NSA geschützt, sondern im Gegenteil eng mit den ausländischen Geheimdiensten zusammengearbeitet, lautet der Vorwurf.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Firma CSC (Computer Sciences Corporation). Die Begründung: Der Konzern arbeite im Auftrag von zehn Bundesministerien an sicherheitsrelevanten Projekten wie dem elektronischen Personalausweis, der De-Mail und dem bundesdeutschen Waffenregister, sei aber gleichzeitig eng mit amerikanischen Geheimdiensten verbunden und organisiere Entführungsflüge für die CIA. "Die Bundesregierung muss die Verträge mit CSC unverzüglich kündigen", fordert Rena Tangens vom Verein Digitalcourage, der die Big Brother Awards organisiert.

In der Kategorie Arbeitswelt erhält der Energiekonzern RWE einen Negativpreis, weil er Telefonate und Bildschirmaktionen seiner Callcenter-Mitarbeiter systematisch mit einer Überwachungssoftware kontrolliert. Weitere Awards gehen an den Elektronikkonzern LG, dessen Smart-TVs intime Daten in die Firmenzentrale nach Südkorea senden, sowie an das Unternehmen Mein Fernbus wegen verbraucherunfreundlicher Nutzungsbedingungen. Zudem rügten die Verbraucherschützer die zunehmende Datensammelwut durch Ortungs- oder Navigationsdienste, die ins Auto eingebaut werden.

In der Jury saßen neben Mitgliedern des Vereins Digitalcourage auch Vertreter der Internationalen Liga für Menschenrechte, der Deutschen Vereinigung für Datenschutz sowie des Chaos Computer Clubs.

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