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Dax wieder über 11 800 Punkte - MDax erklimmt Rekordhoch

Frankfurt/Main - Die Hoffnung auf wirtschaftliche Impulse der neuen US-Regierung hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt in Kauflaune versetzt.

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen

Die Hoffnung auf wirtschaftliche Impulse der neuen US-Regierung hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt in Kauflaune versetzt.

Allerdings ist die tonangebende Wall Street feiertagsbedingt geschlossen. Insofern dürfte es am Montagnachmittag Händlern zufolge keine größeren Sprünge mehr geben. Positive Nachrichten gab es zum Thema Griechenland-Schuldenkrise.

Der Dax gewann zuletzt 0,54 Prozent auf 11 820,26 Punkte. Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, stieg nach Handelsstart auf ein Rekordhoch bei 23 456 Punkten und notierte zuletzt 0,48 Prozent höher bei 23 411,18 Zählern. Der Technologiewerte-Index TecDax kletterte zunächst bis auf 1899 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit fast 16 Jahren. Zuletzt wurde er 0,47 Prozent fester bei 1897,08 Punkten gehandelt. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich kaum verändert.

Laut dem Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, dürfte Griechenland trotz der angespannten Finanzlage deutlich weniger Geld aus dem dritten Hilfsprogramm der internationalen Geldgeber benötigen als geplant. Laut «Bild»-Zeitung könnte es um einen zweistelligen Milliardenbetrag gehen. An diesem Montag kommen die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammen. Ein Abschluss der überfälligen Programmüberprüfung wird aber noch nicht erwartet. Am Mittwoch wird dann IWF-Chefin Christine Lagarde in Berlin zu einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet. Die Bundesregierung setzt unverändert darauf, dass der IWF bei der Griechenland-Rettung an Bord bleibt.

Wiederaufflammende Übernahmespekulationen um die Mobilfunktochter T-Mobile US haben die Aktien der Deutschen Telekom beflügelt. Als Spitzenreiter im Dax gewannen sie 3,15 Prozent und lagen damit auf dem höchsten Stand seit Ende Januar. Bereits am Freitag waren die Papiere im US-Handel auf ein Rekordhoch gestiegen und hatten letztlich um rund 5,5 Prozent zugelegt. Auslöser dafür waren Medienberichte, wonach der japanische Softbank-Konzern erneut versucht, seine US-Mobilfunktochter Sprint mit T-Mobile US zu fusionieren. Den Berichten zufolge wäre Softbank bereit, sich von dem Mehrheitsanteil an Sprint zu trennen, um den Deal zu realisieren.

Ganz unten im Dax waren hingegen die Anteilsscheine von Beiersdorf und Henkel mit minus 2 beziehungsweise minus 1 Prozent zu finden. Grund dafür war die am Sonntag geplatzte Mega-Übernahme von Unilever durch den US-Lebensmittelriesen Kraft Heinz. Am Freitag hatte das Kaufgebot über 143 Milliarden US-Dollar den europäischen Konsumgüterindex um mehr als zweieinhalb Prozent nach oben getrieben.

Die Papiere von Covestro reagierten mit Gewinnmitnahmen auf grundsätzlich positiv bewertete Geschäftszahlen. Zuletzt verbilligten sich die Aktien der Bayer-Kunststofftochter am MDax-Ende um 4,62 Prozent, nachdem sie vorigen Freitag ein Rekordhoch erreicht hatten. Zwar seien die Zahlen für 2016 sowie die vorgeschlagene Dividende besser als gedacht, allerdings rücke nun wieder ein möglicher Anteilsverkauf durch Bayer stärker in den Blick, sagte ein Händler. Die Leverkusener brauchen Geld für die geplante milliardenschwere Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto.

Die Absage von Fusionsplänen in Afrika hat die Aktien des Möbel- und Handelskonzerns Steinhoff um knapp 5 Prozent nach oben befördert. Steinhoff will sein Afrika-Geschäft nun doch nicht mit der afrikanischen Supermarktkette Shoprite zusammenlegen. Die beteiligten Parteien hätten sich nicht auf einen Preis einigen können, hieß es. Mit dem geplanten Zusammenschluss hätte der 75 Jahre alte südafrikanische Milliardär Christoffel Wiese seine Beteiligungen neu geordnet. Er ist bei beiden Unternehmen Großaktionär.

Die Aktien des SDax-Neulings Bet-at-home setzten ihre Rekordjagd mit einem Plus von 2,18 Prozent auf 105,45 Euro fort. In der Spitze waren sie bis auf eine Bestmarke von 107,80 Euro geklettert.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,05 Prozent am Freitag auf 0,06 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,01 Prozent auf 142,60 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,07 Prozent auf 164,54 Zähler. Der Kurs des Euro notierte kaum verändert bei 1,0611 US-Dollar. Am Freitag hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,0650 Dollar festgesetzt.

dpa
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