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Deutschlands größte Geldvernichter

Trotz des Aktienbooms war 2012 nicht für jeden ein gutes Börsenjahr. Einige Unternehmen verloren Millionenwerte. In der Liste der größten Börsenflops ist vor allem eine Branche prominent vertreten.

  Die Solarbranche traf es 2012 besonders hart

Die Solarbranche traf es 2012 besonders hart

Unternehmen der schwer gebeutelten Solarbranche haben auch im Börsen-Boomjahr 2012 das Kapital ihrer Aktionäre verbrannt. Die unrühmliche Liste der "größten Kapitalvernichter" in Deutschland führt die insolvente Centrotherm Photovoltaik AG aus dem schwäbischen Blaubeuren an, wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Dienstag in Frankfurt berichtete. Der Aktienkurs des Unternehmens sank nach den Angaben allein 2012 um fast 92 Prozent, seit 2008 um 99 Prozent.

Das Unternehmen wird derzeit in Eigenverantwortung saniert, aber die Aktie ist weiter im Sinkflug. "Insgesamt ist die Marktkapitalisierung der Gesellschaft von 1,16 Milliarden Euro Ende 2007 auf 209 Millionen Euro Ende 2012 gefallen. Aktuell liegt der Wert des Unternehmens an der Börse noch bei rund 25 Millionen Euro", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler am Dienstag.

Unter den Top-Ten der Kapitalvernichter rangieren vier weitere Unternehmen aus der Solarbranche, in die die Anleger einst große Hoffnungen setzten. Platz zwei belegt der ehemalige Solar-Branchenprimus SolarWorld vor dem angeschlagenen Photovoltaikunternehmen Phoenix Solar.

Angesichts der vielen Solarwerte auf der Liste warnte die DSW Anleger davor, ihre Investitionsentscheidungen nach Modetrends auszurichten. "Gerade wenn es um eine Branche geht, deren Geschäftsmodell am Subventionstropf der Regierung hängt, ist das keine gute Idee", sagte Tüngler. DSW-Vizepräsident Klaus Nieding ging noch weiter: "Unternehmen im Bereich Erneuerbarer Energien setzen das fort, was wir am Neuen Markt erlebt haben."

Zehn Milliarden Euro verbrannt

Die Analyse beleuchtet die Kursentwicklung der 50 im Prime Standard der Börse gelisteten Gesellschaften mit den größten Kursverlusten binnen 12, 36 und 60 Monaten. "Die Top-Ten der Watchlist haben in fünf Jahren zehn Milliarden Euro verbrannt", betonte Tüngler.

Doch auch in anderen Branchen verloren Investoren viel Geld: Überdurchschnittlich hohe Wertverluste erlitten etwa die Aktien der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker, der noch teilverstaatlichten Commerzbank, der Energieversorger RWE und E.ON sowie der Handelskette Metro AG. Dabei gingen bei den beiden im Leitindex Dax gelisteten Energieversorgern deutlich mehr Geld verloren als bei den eher kleineren Werten aus den Top-Ten: Nach Tünglers Angaben setzte das Duo binnen fünf Jahren in Sachen Marktkapitalisierung die gigantische Summe von 100 Milliarden Euro in den Sand.

E.ON büßte nach den Angaben in den letzten fünf Jahren 71 Prozent an Börsenwert ein, der Kurs von RWE sank um 67 Prozent. Beide hätten zu spät auf die Energiewende reagiert, analysierte Tüngler.

Bei elf der 50 Gesellschaften auf der Watchlist entwickelten sich die Börsenkurse 2012 sogar positiv, etwa bei der Commerzbank. Der Kurs ist nach den Angaben um 6,6 Prozent gestiegen, das Institut ist um elf Plätze auf Rang 20 geklettert. Trotzdem steht bei der Kursentwicklung in den vergangenen fünf Jahren weiter ein dickes Minus von 93 Prozent.

Im Schnitt sanken 2012 die Kurse der 50 Gesellschaften auf der DSW-Watchlist um 21 Prozent. Zum Vergleich: Der deutsche Leitindex Dax kletterte um 29 Prozent, der TecDax trotz seiner Solarunternehmen um 21 Prozent, und der MDax mit vielen exportorientierten Maschinenbauern verbesserte sich sogar um 34 Prozent.

Der DSW-Geschäftsführer betonte, dass es nicht unbedingt ein Verkaufssignal sein müsse, wenn eine Gesellschaft auf der Liste auftaucht: "Aber es ist auf jeden Fall ein Warnsignal, das man als Aktionär ernst nehmen sollte."

bak/DPA/DPA
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