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26. März 2010, 09:55 Uhr

Warum HRE-Chef Wieandt wirklich ging

Gier statt Anstand: Der Chef der mit Steuermilliarden geretteten Krisenbank Hypo Real Estate, Axel Wieandt, beharrte bis zuletzt auf hohen Sonderzahlungen. Finanzminister Wolfgang Schäuble hielt dagegen. Darauf nahm der Banker seinen Hut. Von Hans-Martin Tillack

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Axel Wieandt hat seinen Posten als Chef der Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) geräumt© Lukas Barth/DPA

Der gestern als Chef der Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) ausgeschiedene Manager Axel Wieandt hatte sich zuvor mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wegen Bonus-Zahlungen überworfen. Wie stern.de aus Regierungskreisen erfuhr, hatte Schäuble bei einem Gespräch mit Wieandt im Februar versucht, den ehemaligen Deutschbanker zu einem Verzicht auf einen Bonus über 375.000 Euro zu bewegen. Weil die HRE nur mit staatlicher Hilfe am Leben gehalten werde, hätte dies nach Schäubles Ansicht der Anstand geboten.

Wieandt bestand nach Informationen von stern.de auf seinen Rechtsanspruch auf diesen Bonus. Er war Teil des Arbeitsvertrages, den Wieandt noch zu Zeiten von Schäubles Vorgänger Peer Steinbrück (SPD) mit der damals gerade vom Staat geretteten Pfandbriefbank geschlossen hatte. Seit die HRE im April 2009 in staatliches Eigentum überging, war Wieandts Jahresgehalt auf 500.000 Euro begrenzt. Zuvor war es dem Manager jedoch gelungen, bei dem nur dank staatlicher Überlebensgarantien geretteten Institut jährliche Bonuszahlungen von 1,5 Millionen durchzusetzen. Er bestand jetzt nach Angaben aus Regierungskreisen gegenüber Schäuble darauf, dass ihm zumindest für das erste Quartal die entsprechende anteilige Summe in Höhe von 375.000 Euro gewährt werde.

Im August 2009 hatte bereits eine vom stern enthüllte Sonderzahlung in Höhe von 500.000 Euro an Wieandt für Schlagzeilen gesorgt, auf der der Banker zum Ausgleich für Pensionskürzungen beharrt hatte, die aus dem Staatseinstieg bei der HRE folgten. Steinbrück hatte diese von Finanzexperten aller Parteien kritisierte Zahlung seinerzeit verteidigt.

Wieandt wollte Boni für Mitarbeiter

Streit zwischen Schäuble und Wieandt gab es nach Informationen von stern.de auch, weil Wieandt überdies für das Jahr 2009 variable Vergütungen für weitere HRE-Mitarbeiter in Höhe von 33 Millionen habe durchsetzen wollen. Der Finanzminister habe sich auch diesem Ansinnen widersetzt, hieß es gestern in Berlin.

HRE-Sprecher Walter Allwicher wollte gestern Abend auf Anfrage von stern.de den Gehaltsstreit nicht kommentieren. Er verwies auf die Pressemitteilung der Bank, wonach Wieandt wegen "unterschiedlicher Auffassungen bezüglich der Geschäftsleitung" gegangen sei, die es zwischen ihm und dem Schäuble unterstehenden Bankenrettungsfonds Soffin gegeben habe.

Von Hans-Martin Tillack
 
 
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