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17. März 2009, 08:43 Uhr

Obama erbost über AIG-Manager

"Rücksichtslos und gierig": In deutlichen Worten hat US-Präsident Barack Obama ausgedrückt, was er von den Managern des Versicherungskonzerns AIG hält. Zwar kassiert das Unternehmen staatliche Milliardenhilfen, trotzdem genehmigen sich die Manager millionenschwere Bonus-Zahlungen. Doch Obama will das nun unterbinden.

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Beim Gedanken an die Manager des AIG-Konzerns vergeht ihm sein strahlendes Lächeln: US-Präsident Barack Obama© Chip Somodevilla/Getty Images

US-Präsident Barack Obama hat das Management des Versicherungskonzerns AIG als "rücksichtslos und gierig" kritisiert. Während der amerikanische Steuerzahler die Rettung des Unternehmens durch den Staat finanziere, gönne sich die Geschäftsleitung Bonus-Zahlungen von 165 Millionen Dollar. "Hier geht es nicht nur um Dollars und Cents, sondern um unsere grundlegenden Werte", wetterte Obama in Washington.

Obama sagte, er habe Finanzminister Timothy Geithner angewiesen, alle rechtlichen Mittel zu nutzen, um die Bonuszahlungen zu stoppen. Es sei schwer verständlich, wie Finanzmarkthändler bei AIG überhaupt Sonderzahlungen verdient haben könnten, geschweige denn 165 Millionen Dollar, sagte Obama. "Wie können sie diesen Frevel vor den Steuerzahlern rechtfertigen, die das Unternehmen über Wasser halten?", fragte er. Die US-Regierung hat dem Finanzkonzern seit September mehr als 170 Milliarden Dollar überwiesen, um dessen Konkurs zu verhindern. Dabei beteiligte sich der Staat mit mittlerweile 80 Prozent an dem Unternehmen, dessen Zusammenbruch sich auch bis nach Deutschland auswirken würde.

AIG-Verwaltungsratschef Edward Liddy hatte am Samstag in einem Brief an US-Finanzminister Timothy Geithner eine Reform des Bonus-Systems versprochen. AIG sei jedoch rechtlich verpflichtet, bereits zugesagte Prämien in Höhe von 165 Millionen Dollar auszuzahlen. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo kündigte an, die Rechtmäßigkeit dieser Zahlungen zu überprüfen. Falls AIG dazu nicht die nötigen Informationen und die Namen der Empfänger der Zahlungen zur Verfügung stelle, werde er den Konzern verklagen. Eine AIG-Sprecherin kündigte an, mit Cuomo zusammenarbeiten zu wollen.

Auch Obamas Ansehen leidet

Das Weiße Haus ist offenbar besorgt, dass die Verärgerung der Öffentlichkeit über die Bonusaffäre bei AIG der Regierung schadet. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center ergab am Montag, dass die Zustimmung zu Obamas Amtsführung von 64 Prozent im Februar auf 59 Prozent im März zurückgegangen ist.

AP/Reuters
 
 
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