Bahn stellt sämtliche Dienstpläne auf den Prüfstand

14. August 2013, 22:09 Uhr

Nach dem Debakel von Mainz suchen Bahn und Gewerkschaft gemeinsam nach Lösungen für die Personalprobleme. Binnen zwei Monaten sollen sämtliche Dienstpläne überprüft werden.

Die Deutsche Bahn will als Konsequenz aus dem Chaos am Mainzer Bahnhof die Personalplanung im gesamten Konzern für das kommende Jahr neu aufrollen. Betrieb für Betrieb werde in den kommenden Wochen die personelle Besetzung sämtlicher Konzerngesellschaften für 2014 auf den Prüfstand gestellt, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Mittwoch in Frankfurt am Main nach einem Treffen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Unternehmen und Arbeitnehmerseite wollten als Konsequenz aus den Problemen in Mainz nun "gemeinsam daran arbeiten, dass sich ein solches Debakel nicht wiederholt".

Wie viel zusätzliches Personal die Bahn kommendes Jahr als Folge der Überprüfung in den kommenden Wochen einstellen werde, wollte Bahn-Personalchef Weber nicht sagen. Dies werde "der Prozess der nächsten Wochen zeigen".

Gewerkschaft lobt sich selbst

Mit dem Ergebnis des Krisentreffens setzte die EVG ihre Forderungen durch. EVG-Chef Alexander Kirchner erklärte, das Verhandlungsergebnis sei "ein wesentlicher Erfolg" seiner Gewerkschaft. Nun werde die laufende Personalplanung und jene für das kommende Jahr "endlich am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet". Die Überprüfungen in den rund 400 Gesellschaften des Bahn-Konzerns würden voraussichtlich bis zum 15. Oktober laufen. Am 4. November finde ein erneutes Treffen zwischen Gewerkschaft, Betriebsrat und Bahn statt, bei dem die Ergebnisse diskutiert werden sollen.

EVG, Konzernbetriebsrat und Personalverantwortliche der Deutschen Bahn hatten sich in Frankfurt am Main zu einem Krisengespräch getroffen und damit auf die Probleme im Zugverkehr am Mainzer Hauptbahnhof reagiert. In Mainz fallen derzeit zahlreiche Züge aus, und der Regionalverkehr läuft nur eingeschränkt. Fernverkehrszüge wie ICE werden teils umgeleitet oder halten an anderen Bahnhöfen. Grund ist ein Personal-Engpass im Mainzer Bahn-Stellwerk. Bis Ende des Monats will die Bahn dafür sorgen, dass der Zugverkehr in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt wieder normal läuft.

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