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9. Januar 2009, 09:37 Uhr

Bund schickt seine Kontrolleure

Der Bund, dem nunmehr ein Viertel der Commerzbank gehört, will zwei Staatssekretäre in den Aufsichtsrat entsenden. Einfluss auf das Geschäft will die Regierung aber nicht nehmen. Der Commerzbank-Aktie hat auch die ungewöhnliche Rettungsaktion noch nicht geholfen: Das Papier brach im Handel weiter ein.

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Die Commerzbank hat sich in die Arme des Staates gerettet - dennoch bricht die Aktie weiter ein© Thomas Lohnes/DDP

Die Commerzbank-Aktie ist einen Tag nach der erneuten Milliardenhilfe des Bundes weiter abgestürzt. Am Freitagmorgen gab das Papier im frühen Handel rund 13 Prozent auf knapp 4,60 Euro nach. Die zweitgrößte deutsche Privatbank gehört künftig zu 25 Prozent dem Staat. Der Bund hilft der Bank dafür mit einer weiteren Eigenkapitalspritze in Höhe von zehn Milliarden Euro. Mit dem Geld soll die Übernahme der Dresdner Bank abgesichert werden, die damit kurz vor dem Abschluss stehe. Die neue Milliarden-Hilfe kommt aus dem Banken-Rettungsfonds SoFFin.

Das Finanzministerium will sobald wie möglich zwei Staatssekretäre in den Commerzbank-Aufsichtsrat schicken. Dem Bund stünden bei der Bank zwei Aufsichtsratsmandate zu, sagte ein Ministeriumssprecher und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts". Dennoch werde der Bund sich nicht in das Geschäft des Instituts einschalten. "Es wäre völlig fatal und dumm, wenn eine Regierung in solcher Situation versuchen würde, auf das operative Geschäft Einfluss zu nehmen“, sagte der Sprecher. Das Geschäft sei Sache des Vorstands. Commerzbank-Chef Martin Blessing soll auch nach der Teilverstaatlichung im Amt bleiben. Es gebe keinen Anlass, auf diesem Posten etwas zu ändern, so der Sprecher.

Der geschäftsführende hessische Ministerpräsident Roland Koch hat derweil weitere Banken aufgefordert, sich unter den Rettungsschirm der Bundesregierung zu stellen. Das Verhalten der Commerzbank sei klug gewesen und könne ein Vorbild für andere Banken sein, sagte der CDU-Politiker im Bayerischen Rundfunk.

Bislang hätten viele Institute vom Angebot des staatlichen Sonderfonds noch keinen Gebrauch gemacht. "Insofern ist es sehr gut, dass die Commerzbank jetzt ein Zeichen gesetzt hat, nicht länger zu zaudern und zu warten", sagte Koch. Er hoffe, das Eis sei damit gebrochen, sodass andere folgen würden.

SPD-Chef Franz Müntefering verteidigte den Einstieg des Staates bei der Commerzbank. In einem Interview mit dem ZDF-"Heute-Journal" sagte Müntefering am Donnerstagabend: "Das, was jetzt bei der Commerzbank passiert, ist ja keine Teilverstaatlichung. Der Staat tritt auf Zeit ein, aber er wird sich auch in einem baldigen und vernünftigen Augenblick wieder lösen. Wir werden jedenfalls auf die Geschäfte keinen Einfluss nehmen." Es komme darauf an, "Stabilität in die ganze Situation bringen, damit unsere deutsche Wirtschaft auch funktioniert".

Reuters/AP
 
 
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