HOME

Commerzbank zahlt 1,45 Milliarden Dollar Strafe

Geldwäsche und Verstöße gegen Sanktionsregeln: Lange wurde spekuliert, wie teuer die Streitigkeiten mit der US-Justiz für die Commerzbank werden würden. Jetzt sind die Verfahren beigelegt.

Im Streit mit der US-Justiz hat sich die Commerzbank auf die Zahlung von insgesamt 1,45 Milliarden Dollar geeinigt

Im Streit mit der US-Justiz hat sich die Commerzbank auf die Zahlung von insgesamt 1,45 Milliarden Dollar geeinigt

Die Commerzbank muss wegen des Streits mit den US-Behörden um Sanktionsverstöße und Geldwäsche-Vorwürfe tief in die Tasche greifen. Im Rahmen eines lang erwarteten Vergleichs zahle das zweitgrößte deutsche Geldhaus 1,45 Milliarden Dollar, teilten die New Yorker Finanzaufsicht und das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Bank habe zugegeben, im Zuge der US-Sanktionen gegen Unternehmen aus dem Iran und dem Sudan hunderte Millionen Dollar in illegalen Transaktionen verschleiert zu haben. Der Vergleich beinhalte, dass die Bank auch den Sachverhalt bestätige und zusage, keine ähnlichen Verstöße mehr zu begehen, hieß es.

"Mit dieser Einigung schließen wir einen für alle Beteiligten langwierigen und komplizierten Prozess ab", sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing. "Wir werden uns jetzt darauf konzentrieren, die von den US-Behörden und den Behörden in New York identifizierten Mängel zu beseitigen."

Mahnendes Beispiel

Analysten waren im Schnitt zuletzt von einer Strafe von gut einer Milliarde Dollar ausgegangen. Die Untersuchungen laufen schon seit 2010. In den Vergleich sind vier Regulierungs- und Justizbehörden eingebunden - vom Justizministerium bis zur New Yorker Finanzaufsicht als zuständigem Regulierer des Instituts. Die Commerzbank hofft auf diese Weise, die Streitigkeiten mit den US-Behörden ein für alle mal auszuräumen. Ein mahnendes Beispiel ist hier die Deutsche Börse. Sie hatte Anfang 2014 ihren Streit mit der US-Exportkontrollbehörde OFAC wegen Iran-Geschäften gegen die Zahlung von 152 Millionen Dollar beigelegt. Wenige Monate später leitete dann ein New Yorker Staatsanwalt neue Ermittlungen wegen des selben Falls ein.

Die Commerzbank ist unter anderem wegen Geschäften mit der staatlichen iranischen Reederei IRISL in den Jahren 2002 bis 2007 ins Visier der US-Behörden geraten. Die USA werfen dem Unternehmen vor, die Verbreitung mutmaßlicher Massenvernichtungswaffen unterstützt zu haben. Die Commerzbank habe gewusst, dass IRISL mit Sanktionen belegt worden sei und habe dennoch Geschäfte mit der Firma gemacht.

Die USA verdächtigen auch viele andere Institute, gegen die von ihnen verhängten Sanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben. Mit zahlreichen ausländischen Banken haben sich die Vereinigten Staaten bereits verglichen. Nach der Einigung mit der Commerzbank könnten aus Sicht von Experten Vergleiche mit dem französischen Institut Credit Agricole und der Deutschen Bank folgen, die wegen Iran-Geschäft ebenfalls im Visier der US-Behörden steht.

ivi/Reuters/DPA/AFP/DPA/Reuters

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren