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Wenn die Uni Nein sagt

Jedes Jahr strömen Hunderttausende Abiturienten an die Uni. Doch längst nicht jeder bekommt einen Studienplatz. Wie es sich anfühlt, wenn die Absage ins Haus flattert und der Traum zerplatzt.

Von Immanuel Jork

  Immanuel Jork hat sich an einer Univiersität für seinen Traumstudienplatz beworben, doch er wurde abgelehnt.

Immanuel Jork hat sich an einer Univiersität für seinen Traumstudienplatz beworben, doch er wurde abgelehnt.

Wir wollten dich gestern nicht stören. Da hattest du ja so einen schönen Tag im Heide Park, auf dem höchsten Gyro-Droptower der Welt. Den mochtest du ja schon immer gern, diesen Scream. Aber heute müssen wir es dir sagen. Der Brief ist da. Und... du hast den Platz nicht." Aufgelegt. Selten habe ich einen Anruf meiner Eltern wortlos beendet. Höchstens, wenn es wieder um das leidige Thema Rauchen ging. Aber da eher, weil ich kein Wort mehr hören wollte. Und diesmal, weil ich schreien will.

Schreien, weil ich falle. Überraschend. Schnell. Und tief. Ein Droptower. Nur ohne Pufferung. Denn die habe ich nicht. Keine wirkliche Alternative, keine finanzielle Sicherheit, keine Ahnung, wie es jetzt weitergehen soll. Eigentlich war doch alles ganz klar! Bereits mit 16 hatte ich das Ziel im Auge: Mit 19, direkt nach dem Abi endlich Kulturwissenschaften in Leipzig studieren. Und jetzt, drei Jahre später und mit dem Abi von 1,7 in der Tasche: nichts.

Aus und vorbei der Traum. Aufwachen. Platzen könnte ich vor Wut. Ich könnte weinen und schreien. Ganz laut. Damit die Tauben so verdutzt sind, dass sie aufhören zu picken und das dicke Mädchen ihren Softdrink fallen lässt. Ich falle in ein etwas, das ich nicht gewollt und nicht geplant habe, meine Rechnung geht nicht auf.

Enttäuschung, tausendfach

Ich bin fassungslos. Und so geht es in diesen Wochen Tausenden, die ein Ziel hatten und es nicht erreichten. Die sich ihren Unialltag schon ausgemalt haben. So wie ich, doch dann haben mich andere überholt. Andere, die vielleicht weniger geeignet sind, aber einen besseren Abidurchschnitt haben. Dabei bleibt häufig außen vor, dass mit einem besseren Notenschnitt nicht immer der Geeignetere den Platz bekommt. Die entindividualisierte Verarbeitungstechnik hat zugeschlagen.

Dabei war ich mir so sicher, dass es klappen würde. Der Lageplan war perfekt ausgetüftelt. Sicherheitsstützen hatte ich auch angebracht. Und Gurte. Aber um die ging es mir nie so sehr. Plan B und C waren halt da, zur Absicherung. Deutsch und Philosophie oder Deutsch und Englisch auf Lehramt. Eine Stütze, sicherheitshalber.

Doch allein Plan A versprach den großen Spaß, die besondere Attraktion, die ich wirklich wollte. Kulturwissenschaften, aus meiner Sicht das schönste Fahrgeschäft für meine Zukunft. Eines, in das ich auf jeden Fall einsteigen wollte. Nach dem Anstehen und Warten und mit dem Abitur in der Tasche sollte es endlich losgehen. Losgehen in die Untiefen der Kultursoziologie, getrieben von einer unbändigen Neugier und dem unstillbaren Verlangen, den Plan dieses Bachelorstudiengangs zu erfüllen.

Das Leben ist kein Freizeitpark

Doch das Leben ist kein Freizeitpark. Wäre es einer, würde ich jetzt nicht frei fallen, sondern ankommen. In Sicherheit. Auf meinem Studienplatz. Und nicht auf einem Haufen von zerstörten Plänen, Träumen und Wünschen.

Will mich die Uni nicht? Bin ich zu schlecht? Was will ich werden? Ist das alles Schicksal, Zufall oder einfach nur das Resultat einer unpersönlichen Bewerbungsverarbeitungsmaschine?

Was mache ich jetzt? Das ist dabei wohl die quälendste aller Fragen. Denn darauf hat mich niemand vorbereitet. Allein in Hamburg, wo ich gerade ein Praktikum absolviere. In einer Weltstadt, 600 Kilometer weit weg von zu Hause, 400 Kilometer weit weg von der Traumuniversität und unendlich weit weg vom angestrebten Ziel. Und eigentlich ist es zum Weinen, wie ich an der Binnenalster sitze und der Sonne beim Untergehen zusehen muss, während es sich so anfühlt, als würde ich nie wieder den Boden unter den Füßen spüren.

Warten auf den Looping

Mein Ziel: Kulturjournalist werden. Doch wie soll das klappen, wenn man nicht das entsprechende Studium hat? Nicht das Wissen, das man gern hätte. Wenn einen niemand einstellt, ohne Studium. Die Absage raubt mir meine Zukunft, weggerissen jeder Plan, die Orientierung fehlt auf einmal und so irre ich allein durch Hamburg, mit dem Blick ins Leere.

So wie mir geht es jetzt vielen anderen. Puff. Der Traum geplatzt. Ein anderes Fach als Notlösung studieren? Nachrutschverfahren? Ist es fürs Freiwillige Soziale Jahr nicht zu spät? Zulassungsfreier Studiengang? Wartesemster und erst einmal ins Ausland? Oder kämpfen? Mit Sammelklagen? Mit einem guten Anwalt?

Aber will ich das wirklich? Vielleicht hilft auch hoffen und warten? Vielleicht komme ich im Nachrutschverfahren rein? Vielleicht finde ich Praktika in meinem Traumjob? Oder ich sollte einfach in ein anderes Fahrgeschäft steigen? Diesmal in eins mit garantiertem Looping - statt in eines mit freiem Fall.

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