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"Herr Öger hat sich von uns angegriffen gefühlt"

Andrea Högner hatte 25 Jahre lang einen festen, hoch bezahlten Job - bis sie kündigte und nach Mallorca zog. Am Dienstag ist sie mit ihrem Erlebnisportal bei der "Höhle der Löwen" zu sehen - und fühlte sich dort nicht von allen Juroren fair behandelt.

Von Alica Müller

Andrea Högner und ihre Geschäftspartner im "Die Höhle der Löwen"-Studio

Andrea Högner schmiss ihren hochbezahlten 80-Stunden-Job hin und gründete ein Erlebnisportal auf Mallorca. Am Dienstagabend stellt sie "Sunbonoo" in der "Höhle der Löwen" vor."

Rückblickend sagt sie selbst, dass es eine verrückte Entscheidung war: Im Jahr 2010 hat Andrea Högner ihren hochbezahlten Job im Verlagsbusiness einfach gekündigt, um sich eine Auszeit auf Mallorca zu nehmen.

Doch bei ein paar Monaten in der Sonne blieb es nicht. Die 47-Jährige ist bis heute auf der Insel geblieben und hat sich mit "Sunbonoo" selbstständig gemacht. Jetzt verkauft sie Erlebnisse wie Dinnershows, Jeep-Touren oder Segelausflüge auf den Balearen und Kanaren. Am Dienstagabend ist sie auf Vox zu sehen, wo sie mit ihrem Geschäftspartner versucht, in der "" Investoren zu gewinnen.

Frau Högner, Sie hatten in Deutschland einen festen mit hohem Gehalt. Wieso haben Sie sich entschieden, den hinzuschmeißen?

Ich war vorher im mittleren Management in verschiedenen deutschen Verlagen tätig. Dort habe ich mitbekommen, wie die Verlage eine sehr konservative Linie fuhren, während alles um uns herum digital wurde. Daher habe ich beschlossen, mich nach 25 Jahren Print-Geschäft umzuorientieren und mir eine Auszeit genommen.

Und wie sind Sie dann darauf gekommen, ein Unternehmen zu gründen?

Ich habe vorher 80 Stunden die Woche gearbeitet, da bleibt nicht viel Zeit, sein Leben zu verändern. Für ein paar Monate war ich im Appartement meiner Eltern auf Mallorca. Die Seele baumeln lassen, über die Zukunft nachdenken. Sunbonoo zu gründen, war nie der Plan, aber irgendwie kommt die Arbeit dann doch immer zu mir. Mit der Sonne im Rücken bin ich endlich wieder kreativ geworden und dann ging es richtig los.

Haben Sie es bereut, ihren sicheren Job einfach aufzugeben?

Es war schon verrückt. Aus heutiger Sicht, nach all den Ups und Downs im Start-up-Leben, würde ich es auch niemandem empfehlen, der nicht mit beiden Füßen auf dem Boden steht. Gott sei Dank weiß man vorher nicht, was einen erwartet. Manche Kooperationen funktionieren nicht, die Insel ist nicht wirklich digital – es gibt Anbieter, die haben nicht mal eine E-Mail-Adresse. An bestimmten Punkten fragt man sich schon, ob man alles richtig gemacht hat. Und die Freunde fragen auch "Hast du dir das wirklich gut überlegt?". Aber ich bereue das alles nicht, es ist ein aufregender Lebensabschnitt und erweitert meinen Horizont enorm.

Wie ist es, nach so langer Zeit als Angestellte selbstständig zu sein?

Das ist eine ganz neue Erfahrung. Komplett auf sich selbst gestellt zu sein und nicht zu wissen, was in zwei Jahren im Portemonnaie ist, ist nicht so trivial, wie man am Anfang glaubt. Man fühlt sich aber logischerweise besser, wenn man kreativ und in eigener Sache arbeiten kann. In den Verlagshäusern muss man große Hierarchiestufen einhalten, alle müssen mitreden und am Ende kommt nichts dabei raus. Jetzt kann ich morgen umsetzen, was ich heute im Kopf habe. Und wenn man dann sieht, wie sich alles entwickelt, dann fühlt man sich einfach gut.

Sie haben schon 280.000 Euro in Sunbonoo investiert. Woher hatten Sie das Geld?

Ich habe ja vorher viele Jahre in guten Positionen gearbeitet und hatte so Erspartes. Ganz zu Beginn habe ich außerdem jemanden kennengelernt, der ohne mit der Wimper zu zucken an mich und das Konzept geglaubt hat. Der war dann mein Mentor und hat das erste Risiko auch finanziell mitgetragen.

hat ein sehr ähnliches Erlebnisportal wie Sie. Wie ist es, seinen Pitch vor einem Konkurrenten zu halten?

Wir wussten natürlich, er wird mit Argusaugen auf uns schauen. Dadurch, dass wir auf Mallorca aber schon so weit sind, haben wir gehofft, dass er die Synergieeffekte sieht und deshalb bereit ist, einzusteigen. Vor dem Hintergrund haben wir gedacht, dass er sofort darauf anspringen wird, weil gerade er ja den Erlebnismarkt und dessen Marktpotential kennt.

Haben Sie sich während des Drehs fair behandelt gefühlt?

Lencke und Judith waren total süß zu uns. Wir waren natürlich aufgeregt, das war nicht leicht. Die beiden waren so sympathisch, dass sie uns diese Aufregung ein bisschen genommen haben. Vural Öger und Jochen Schweizer dagegen haben sich einen solchen Schlagabtausch geliefert, dass wir wenig Sprechzeit hatten, um unser Konzept zu erklären. Vielleicht hat sich Herr Öger mit seinem Reiseleiterkonzept auch von uns angegriffen gefühlt. Die beiden waren sehr einnehmend und ich hatte kaum die Chance, Dinge zu erklären. Dafür hätte ich schon unfreundlich werden müssen - und das ist nicht meine Mentalität.

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