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Warum Rossmann und dm gemeinsame Sache mit Alibaba machen

Die Drogerieketten dm und Rossmann wollen verstärkt auf ihre Online-Shops setzen - allerdings nicht in Deutschland. Gemeinsam mit dem Internetgiganten Alibaba wollen sie den Markt in China aufrollen. 

Rossmann und dm setzen aufs Online-Geschäft

Rossmann und dm setzen aufs Online-Geschäft

Es gibt Branchen, die sich schwer mit dem Online-Handel tun. Während Bücher, Technik - ja sogar Schuhe - problemlos im Netz über den virtuellen Ladentisch gehen, gibt es Handelsbereiche wie beispielsweise Drogerien. Hier rätseln die Händler ein wenig, wie sie ihre Produkte anbieten sollen. Die Umsatzzahlen durch den Online-Handel sind schwach, das Geschäft defizitär. Dirk Rossmann, Gründer der gleichnamigen Drogeriekette, machte im Frühjahr keinen Hehl aus seiner Ahnungslosigkeit: "Ich verstehe das Online-Geschäft nicht." Eine ernüchternde Aussage für einen Firmenchef.

Doch nun scheinen die beiden Branchengrößen dm und Rossmann doch noch einen Weg gefunden zu haben, wie sie im Internet erfolgreich werden könnten. Dafür kooperieren die Drogerien mit dem chinesischen Internetgiganten Alibaba, der zuletzt einen Umsatz von 15,6 Milliarden US-Dollar erzielte. Die Drogerieketten planen, dass sie ihre Ware direkt auf der Plattform und dem Marktplatz Tmall anbieten. Gemeinsam wollen die Unternehmen den chinesischen Online-Drogeriemarkt aufmischen, berichtet die "Lebensmittelzeitung"

Babymilch als Umsatztreiber für dm und Rossmann 

Der Schachzug ist clever, denn in China gibt es nach einer Reihe europäischer Produkte eine große Nachfrage. So kaufen Chinesen Babymilch im ganz großen Stil, so dass schon Engpässe in deutschen Drogeriemärkten entstanden. Laut der "Lebensmittelzeitung" soll Rossmann schon Ware nach China verschifft haben und pünktlich zum chinesischen Shopping-Tag "Singles Day" groß loslegen. Auch dm soll zeitnah folgen. Doch der Branchenführer dm scheint sich nicht nur für das China-Geschäft zu rüsten, sondern nimmt auch andere Märkte, in denen dm nicht stationär vertreten ist, ins Visier. 

Den Schritt gemeinsam mit Asiens Riesenhändler Alibaba zu gehen, erleichtert den Drogerien den Zugang zum Onlinegeschäft. Bei Rossmann stürzte das Geschäft über den Onlinehandel zuletzt herbe ab: Nur 23 Millionen Euro Umsatz kamen dabei herum - so wenig hatte Rossmann im Netz noch nie umgesetzt. dm startete erst im Sommer 2015 den eigenen Webshop. Dieser werde von den Kunden gut angenommen, sagte dm-Chef Erich Harsch. Zahlen dazu nannte er bislang nicht. Doch offenbar will dm den Online-Verkauf offensiver vorantreiben. Bis Ende des Jahres streicht das Unternehmen die Versandkosten für Kunden, so die "Lebensmittelzeitung".

kg

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