Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

Karstadt-Mitarbeiter bangen um Zukunft

Trotz Einstieg von Investor René Benko warten Karstadt-Mitarbeiter vergebens auf den Befreiungsschlag. Stattdessen ist von Schließungen und Einsparungen von mehr als 200 Millionen Euro die Rede.

  Stellenstreichungen unter den 17.000 Beschäftigten und das Aus für ganze Filialen sind bei Karstadt kein Tabu mehr

Stellenstreichungen unter den 17.000 Beschäftigten und das Aus für ganze Filialen sind bei Karstadt kein Tabu mehr

Nach der mit Spannung erwarteten Krisensitzung des Karstadt-Aufsichtsrats wächst nun die Sorge um die Zukunft des Essener Traditionsunternehmens. Wer auf einen Befreiungsschlag und größere Investitionen in die Modernisierung durch den neuen Karstadt-Eigentümer René Benko gehofft hatte, wurde enttäuscht. Der harte Sanierungskurs, den er mit dem seit Jahren in der Krise steckenden Warenhauskonzern einschlägt, lässt eine düstere Zukunft für die Karstadt-Mitarbeiter erahnen.

Stellenstreichungen unter den 17.000 Beschäftigten und das Aus für ganze Filialen sind bei Karstadt plötzlich kein Tabu mehr - auch wenn es bei der Sitzung am vergangenen Donnerstag zunächst nicht um die Schließung konkreter Standorte ging.

Existenz vorerst nur bis 2016 gesichert

Laut einem Zeitungsbericht der "Bild am Sonntag" habe der Aufsichtsrat die Führungskräfte bereits auf ein "tiefgreifendes Sanierungsprogramm" eingestimmt. Ohne dieses sei die Existenz der Warenhauskette nur noch bis März 2016 gesichert, zitierte das Blatt aus einem achtseitigen Konzept. Liquide Mittel seien gegenwärtig noch ausreichend vorhanden, "wären aber ab März ohne Gegenmaßnahmen aufgebraucht".

In dem Konzept werden demnach die Kosten für die Sanierung Karstadts auf mindestens 209 Millionen Euro beziffert. Eine nachhaltige Sanierung koste jedoch 263 Millionen Euro. Den 83 Filialen stünden Einschnitte bevor. Das Verkaufspersonal solle ebenso abgebaut werden wie die Zahl der Kassen. In Bereichen mit hoher Selbstbedienungsquote (Spielwaren) werde eine "Reduzierung auf Minimalbesetzung" angestrebt. Durch mehr Teilzeit-Jobs sollten die Filialen samstags besser besetzt sein als zu Wochenbeginn. Daneben sollten allein in der Essener Zentrale 20 Prozent der Stellen abgebaut werden. Darüber hinaus sollen zur Ertragssteigerung Einkauf, Sortiment und Lieferanten umstrukturiert werden, schreibt die Zeitung weiter. Außerdem sollten die Gebühren in den Karstadt-Parkhäusern "um rund zehn Prozent" steigen.

Der österreichische Investor Benko hatte die Kaufhauskette im August für einen symbolischen Euro von Nicolas Berggruen übernommen. Das Papier beinhalte eine Abrechnung mit der Ära von Investor Nicolas Berggruen: "Verfehlte Investitionen, mangelnde Marktkenntnis, laufende Strategiewechsel und hausinterne Fehlentscheidungen" hätten den Niedergang weiter beschleunigt.

kgi/DPA/AFP/DPA
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools