Startseite

"El-Chapo"-Hype: Ein Drogenboss wird zum Fashion-Model

Das Bild des Drogenbosses "El Chapo" mit dem Schauspieler Sean Penn ging um die Welt. Seitdem ist das bunte Shirt ein Verkaufsschlager. Der Hemden-Hersteller aus Los Angeles bewirbt das Shirt ganz offensiv mit dem Drogenboss. Ohne schlechtes Gewissen.

  Das Label Barabas macht den Drogenboss "El Chapo" zum Fashion-Model

Das Label Barabas macht den Drogenboss "El Chapo" zum Fashion-Model

Für manch einen war das Treffen von Sean Penn mit dem mexikanischen Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán ein Skandal, für das Modelabel Barabas Men war es die beste Werbung der Welt. Kaum hatte der "Rolling Stone" das Bild von dem Treffen mit dem berüchtigten Drogenboss veröffentlicht, da drehten die Barabas-Leute schon durch vor Freude. "EL CHAPO GUZMAN WEARING BARABAS SHIRT!", jubelte das Label auf seiner Facebookseite.

Dass "El Chapo" kein Model oder Sport-Idol ist, sondern ein Gangster übelsten Kalibers, scheint dabei nicht zu stören. Hauptsache, Aufmerksamkeit! Und tatsächlich wollen offenbar ziemlich viele Menschen so schillernd aussehen wie der mittlerweile wieder gefasste Drogenboss. Das Hemd wurde umgehend zum Verkaufsschlager, sodass die kleine Firma aus Los Angeles mit dem Nachschub des als "Most Wanted Shirt" angepriesenen Artikels gar nicht hinterherkommt.

Hunderte Bestellungen am Tag

Kamen vor " El Chapo" noch 10 bis 20 Bestellungen am Tag herein, so sind es nun täglich Hunderte, erzählte Vize-Chefin Tatiana Kivachook der Seite "Mashable". Ganz schön viel Aufmerksamkeit für eine Firma, die nur aus acht Mitarbeitern besteht. "Natürlich waren wir sehr, sehr aufgeregt, aber unser Geschäft war die ganze erste Woche lahmgelegt wegen der vielen Interviews und Anfragen", berichtet Kivachook. Erst in der zweiten und dritten Woche habe man die Bestellungen langsam abarbeiten können - mit Überstunden und zusätzlichen Kräften. 

Das berühmte Hemd aus dem Interview ist mittlerweile umbenannt in "Barabas 'El Chapo' Fantasy Button Down Shirt" und kostet 128 Dollar. Doch damit nicht genug: Mit dem "Barabas 'El Chapo' Crazy Paisley Button Down Shirt" hat die Marke noch ein weiteres Hemd aus der Klamottenkiste des Drogenbosses im Repertoire. Dieses trug "El Chapo" bei einem Video-Interview, das parallel zu dem Sean-Penn-Foto veröffentlicht wurde.

 Kritik an Glorifizierung von El Chapo

Allerdings hat die Firma mit der offensiven Vermarktung der "El Chapo"-Fashion auch Kritik auf sich gezogen. "Unser Firmenimage hat eine Achterbahnfahrt hinter sich", sagt Barabas-Managerin Kivachook. Die Marke werde nun von einigen mit "Drogen-Kultur" assoziiert und der Firma werde vorgeworfen, Profit aus der Glorifizierung des Drogenhandels zu ziehen.

Um dem entgegenzutreten, spendet Barabas (Slogan: "Good Words. Good Thougts, Good Deeds") fünf Prozent der Erlöse mit den "El Chapo"-Shirts an das Anti-Drogenprogramm "D.A.R.E." Auf der Startseite ihrer Homepage erklärt das Unternehmen, man habe "El Chapo" nie getroffen und erkläre sich dessen "offensichtlich geschmackvolle Hemdenwahl für das Interview und das Treffen mit Sean Penn" allein mit "Komfort, Qualität und Stil" des Labels. Der Barabas-Style könne jedem positive Aufmerksamkeit für sich und seine Vision bringen. "Wearing Barabas can become a life changing event."

täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools