19. März 2012, 11:00 Uhr

Netzgebühr treibt Strompreis in die Höhe

Teure Folgen der Energiewende: Einem Zeitungsbericht zufolge könnten die Strompreise bald noch stärker steigen als befürchtet. Der Grund sind höhere Kosten für den Ausbau der Stromnetze.

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Die Integration der erneuerbaren Energien in das Stromnetz treibt die Stromkosten in die Höhe©

Durch höhere Entgelte zur Finanzierung neuer Stromnetze könnte sich der Strom für Privathaushalte in den kommenden Jahren um 5 bis 7 Prozent verteuern. Mit Strompreiserhöhungen in dieser Größenordnung rechnet die Bundesnetzagentur nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wegen des Atomausstiegs. Das Blatt beruft sich auf einen Bericht für eine Sitzung des politischen Beirates der Netzagentur.

Die Energiewende werde zwangsläufig "zu einer weiteren Erhöhung der Netzentgelte und damit des Strompreises führen", zitiert die Zeitung aus dem Bericht. Hintergrund sei die Finanzierung neuer Stromautobahnen und Verteilerleitungen. Die angenommene Investitionsspanne reiche von knapp 30 bis zu 47,5 Milliarden Euro. Für das Szenario unterstellt die Regulierungsbehörde demnach eine Steigerung der Netzentgelte um 16 bis 24 Prozent für Privathaushalte.

Für Industriestrom sei sogar eine Erhöhung der Entgelte um bis zu 54 Prozent und eine Strompreissteigerung von bis zu 8 Prozent absehbar. Die Schätzungen für die Entwicklung der Netzentgelte markierten nur die Untergrenze, schreibt die "FAZ". Besonders energieintensive Industrie ist allerdings von dem Netzentgelt ausgenommen. Wie die "Frankfurter Rundschau" im November berichtete, hat die Regierung Unternehmen, die mehr als zehn Gigawattstunden Strom pro Jahr benötigen, von den Gebühren für die Stromnetze befreit. Die Ausnahmeregelung verteuert den Strom für Privathaushalte zusätzlich.

Die Integration der erneuerbaren Energien in das Stromnetz ist derzeit die größte Hürde für die Energiewende. In ihrem Monitoringbericht 2011 warnt die Bundesnetzagentur, dass die bestehenden Netze "durch die Vielzahl der in den letzten Jahren zu erfüllenden Transportaufgaben und die Veränderung der Erzeugungsstruktur am Rand der Belastbarkeit angekommen" seien. Jedes zweite dringliche Ausbauprojekt würde sich derzeit verzögern. Von den geplanten 3600 Kilometern Hochspannungstrassen konnten bis Ende 2011 gerade einmal 90 Kilometer errichtet werden.

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