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Droht bald die Nutella-Krise?

Heftiger Frost im Frühjahr hat die Haselnussernte 2014 ruiniert. Einen Lieferengpass für Hanuta, Nutella und Toffifee soll es zwar nicht geben - aber höhere Preise sind möglich.

Die Preise für Haselnuss-Produkte könnten spätestens im kommenden Jahr stark ansteigen.

Die Preise für Haselnuss-Produkte könnten spätestens im kommenden Jahr stark ansteigen.

Sie frühstücken gerne mit Nutella? Und essen Hanuta oder Schokolade mit ganzen Haselnüssen? Dann müssen Sie jetzt stark sein: Die Haselnussernte ist in diesem Jahr schlecht ausgefallen. Nun steigen die Preise für Haselnüsse, berichtet "Die Welt". Langfristig dürften die gestiegenen Rohstoffkosten an die Kunden weitergereicht werden.

Auslöser für die Krise waren einige sehr kalte Tage im März diesen Jahres in der Türkei. Der Frost ruinierte die Haselnüsse an den Sträuchern. Durch Lagerhaltung kommt der Einbruch des Ertrags nun am Markt an.

Das Land am Bosporus ist der weltgrößte Haselnuss-Anbauer. Im Nordosten des Landes, an der Schwarzmeerküste, wachsen auf 660.000 Hektar die Nüsse heran - die Fläche deckt rund 70 Prozent der globalen Nachfrage.

Heftiger Preisanstieg befürchtet

Jährlich verschicken die Türken rund 800.000 Tonnen Haselnüsse in die Welt. In diesem Jahr wird die Ausbeute dürftiger ausfallen: Insgesamt würden die türkischen Produzenten nur rund 540.000 Tonnen liefern können. Ein Ausfall von über 32 Prozent.

"Eine einzige Frostnacht hat in diesem Jahr die halbe Ernte zerstört", sagt Rainer Lückenhausen der "Welt". Er importiert Haselnüsse für die Firma Schlüter und Maack. "Dadurch steigt der Preis der Nüsse um 60 bis 66 Prozent. Die Verkäufer aus den anderen Anbaugebieten ziehen ihre Preise auch an, auch wenn sie mit der schlechten Ernte in der Türkei nichts zu tun haben. Das sind ganz normale wirtschaftliche Prozesse."

Noch im Frühjahr kosteten die Nüsse 4860 Euro pro Tonne, inzwischen müssen die Lebensmittelhersteller rund 8000 Euro auf den Tisch legen. Zum Vergleich: Die "Königin der Nüsse", wie die Macadamia-Nuss genannt wird, kostet pro Tonne nur 7000 Euro.

Entwarnung für Hanuta und Nutella

Der größte Käufer ist der italienische Lebensmittelkonzern Ferrero, der die Haselnüsse für Ferrero Rocher, Hanuta und natürlich Nutella benötigt. Äußern wolle sich der Konzern nicht zu der knappen Ernteausbeute, schreibt die Zeitung. Allerdings hat das Unternehmen bereits vorgesorgt. Im vergangenen Jahr übernahm Ferrero eine Haselnussproduktion für 119 Millionen Euro - das könnte sich jetzt als cleverer Schachzug herausstellen. Und: Nutella enthält nur 13 Prozent Haselnüsse - ein Preisanstieg des Rohstoffs sollte den beliebten Brotaufstrich nicht schmerzhaft verteuern.

Und noch eine gute Nachricht gibt es: Bereits 2011 gab es ein schlechtes Erntejahr. Auch damals stiegen die Preise für Haselnüsse um 60 Prozent. Die fertigen Haselnussprodukte wurden zwar etwas teurer, aber nicht so stark wie befürchtet.

Katharina Grimm

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