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Deutsche Wirtschaft bremst kurz und heftig

Kräftiger Dämpfer: Die Euro-Krise traf die deutsche Wirtschaft zum Jahresende mit voller Wucht. In den nächsten Wochen aber dürfte es schon wieder aufwärts gehen.

  Schlechtes Herbstquartal: Der Außenhandel zeigte zwischen September und Dezember deutliche Schwächen.

Schlechtes Herbstquartal: Der Außenhandel zeigte zwischen September und Dezember deutliche Schwächen.

Der deutschen Wirtschaft ist zum Jahresende die Puste ausgegangen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Schlussquartal 2012 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal und damit noch stärker als zunächst erwartet. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.

Der Einbruch war der heftigste seit Anfang 2009. Zum Höhepunkt der Finanzkrise war die Wirtschaftsleistung in Deutschland binnen drei Monaten sogar um 4,1 Prozent eingebrochen.

Europaweiter Einbruch

Die bis dahin robuste deutsche Konjunktur konnte sich Ende 2012 nicht länger von der Rezession im Euroraum und dem weltweiten Konjunkturabschwung abkoppeln. In den ersten drei Quartalen 2012 war die deutsche Wirtschaft jeweils gewachsen, die Dynamik ließ jedoch stetig nach. Auch die Wirtschaft beim wichtigen Partner Frankreich schrumpfte zum Jahresende stärker als von Bankvolkswirten erwartet.

Auch die Wirtschaft des Euroraums rutschte zum Jahresende tiefer in die Rezession als befürchtet. Das Bruttoinlandsprodukt in Europa schrumpfte im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat nach einer ersten Schätzung mit.

Insgesamt wuchs die deutsche Wirtschaft 2012

Für das gesamte Jahr 2012 bestätigten die Statistiker in Wiesbaden einen BIP-Anstieg für Deutschland von 0,7 Prozent. Wichtigster Wachstumsmotor war der Export. Aber auch vom inländischen Konsum kamen positive Impulse.

Angesichts der schwachen Weltkonjunktur ging im vierten Quartal jedoch auch der Außenhandel in die Knie und trug maßgeblich zum Rückgang der Wirtschaftsleistung bei. Die Warenexporte gingen im Schlussquartal wesentlich stärker zurück als die Importe.

Zugleich sanken die Investitionen in Bauten geringfügig, und die von der Staatsschuldenkrise verunsicherten Unternehmen investierten deutlich weniger in Ausrüstungen als im Vorquartal. Leicht positiv entwickelten sich die privaten und staatlichen Konsumausgaben, meldeten die Statistiker.

Nach dem Minus zum Jahresende 2012 rechnen Beobachter aber nicht mit einem Absturz in die Rezession. Vielmehr dürfte das Konjunkturtal inzwischen schon wieder durchschritten sein. "Im ersten Quartal 2013 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder merklich wachsen", prognostizierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer am Donnerstag.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium gab sich Anfang der Woche in seinem monatlichen Bericht zur wirtschaftlichen Lage zuversichtlich: "Die Perspektiven hellen sich allmählich auf. Die Frühindikatoren deuten auf ein absehbares Ende der aktuellen Schwächephase hin." Dennoch reduzierte die Regierung ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,0 auf 0,4 Prozent.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet, dass die Konjunktur schon im ersten Quartal 2012 wieder ordentlich Fahrt aufnimmt. DIW-Deutschlandexperte Simon Junker sagte am Donnerstag: "Die Industrie hat das Tief durchschritten und ist gut in das Jahr gestartet." Die Exporte hätten sich stabilisiert, die Auftragseingänge - sogar die aus dem krisengeschüttelten Euroraum - seien wieder gestiegen. Die positiven Impulse aus dem Ausland dürften Unternehmen bald veranlassen, wieder in Ausrüstungen zu investieren.

anb/DPA/DPA
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