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30. Dezember 2011, 12:55 Uhr

Banken leihen sich massiv Geld

Die Konditionen sind schlechter, dennoch leihen sich die europäischen Banken momentan lieber Geld bei der Europäischen Zentralbank, als sich untereinander Geld zu geben. Das gegenseitige Misstrauen der Banken führt zu einem neuen Rekord für die EZB.

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Vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt steht als Skulptur das Euro-Symbol© Uwe Anspach/DPA

Vor dem Jahreswechsel decken sich die angeschlagenen Banken des Euroraums bei der EZB massiv mit Liquidität ein. Die eintägigen Ausleihungen der Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) legten am Freitag kräftig zu und stiegen auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Vor dem Jahreswechsel sprangen sie um 13 Milliarden auf 17,3 Milliarden Euro, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. Damit liegen die sogenannten "Übernacht-Ausleihungen" so hoch wie zuletzt im Juni 2009. Die eintägigen Einlagen der Banken bei der EZB näherten sich unterdessen wieder ihrem Rekordwert vom Mittwoch bei 452 Milliarden Euro. Von Donnerstag auf Freitag stiegen sie um 9,1 Milliarden auf 445,7 Milliarden Euro.

Gradmesser für das Misstrauen der Banken

Die eintägigen Ausleihungen und Einlagen der Banken bei der EZB sind ein Gradmesser für das Misstrauen der Institute untereinander, obwohl ein hoher Wert kurz vor dem Jahreswechsel nicht ungewöhnlich ist.

Normalerweise meiden die Institute die Möglichkeit, kurzfristig Geld bei der Notenbank auszuleihen oder anzulegen, weil die Konditionen ungünstig sind. Wegen der europäischen Schuldenkrise und des starken Engagements der Banken in Staatsanleihen funktioniert der direkte Geldhandel zwischen den Instituten aber nicht wie gewohnt - die EZB muss einspringen. Darüber hinaus haben sich die Geschäftsbanken vergangene Woche bei der EZB mit der Rekordsumme von fast 500 Milliarden Euro für drei Jahre eingedeckt. Einen Teil dieser Mittel parken die Institute bei der Notenbank.

tkr/DPA
 
 
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